Lee Ranaldo – Ambient Loop For Vancouver (2015)

Es passiert so nichts. Auch hier im Blog ist es still geworden. Zeit also, mal wieder von neuer Lieblingsmusik zu berichten. Dazu gehört definitiv das schwer melancholische Ambient Loop for Vancouver aus der Feder des Sonic Youth Gitarristen Lee Ranaldo. Gut, ist nicht mehr ganz neu, soll aber nicht unerwähnt bleiben. ALfV ist sowas wie der perfekte Soundtrack zum Roadmovie im eigenen Kopf. Musik um bei Regen gedankenverloren aus dem Fenster zu schauen. Und wenn das alles etwas anstrengend ist, eignen sich die Loops auch gut zum entspannen auf dem Sofa. 1 Song, 53 Minuten. Hier, weil nicht anders gefunden, in der arg gekürzten 8 Minuten Version. Und ich muss schon sagen, für experimentelle Musik aus der Sonic Youth-Maschine ist das hier doch ziemlich catchy. Balsam für die geschundene Seele. Empfehlung!

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Patti Smith – About A Boy (1996; Gone Again)

Endlich Urlaub. Ist ja auch schon August und um den strengen Weisungen des Brötchengebers zu folgen – sprich 2/3 des Urlaubs soll bis Ende August bezogen sein – ist es, nach abgeschlossenen Projektarbeiten, auch hier soweit. Es gibt zwar wieder zahlreiche Möglichkeiten die Welt zu bereisen, doch das Risiko irgendwo und plötzlich in einen weiteren Shutdown zu geraten, war uns zu gross und so verbringen wir erstmal ein paar Tage in den Bergen, auch weil es da tendenziell nicht so heiss ist. Die treuen Leser unter euch wissen ja, Hitze und Call Me Appetite vertragen sich mit zunehmenden Alter immer weniger. Natürlich ist es im Berner Oberland auch sehr schön und auf dem Balkon des Ferienhaues hat man normalerweise einen wunderbaren Blick auf die heilige Dreifaltigkeit, namentlich Eiger, Mönch & Jungfrau, welche auf der anderen Seite des Teiches beheimatet sind. Normalerweise! Denn seit Ankunft am Sonntagabend präsentiert sich das Bild durchgehend gleich.

Dauerregen und Nebel. Letzteres teilweise so dicht, dass man kaum seine Hand vor den Augen erspäht. Die Wetterpropheten prognostizieren am morgen jedoch Besserung. So wurden die letzten Stunden und Tage endlich mal wieder entspannt mit einem Buch verbracht. Etwas, mit Ausnahme meines wöchentlichen Studiums des deutschen Spiegels, das ich seit Jahren nicht mehr getan habe. Liegt wohl einerseits am neuen E-Reader, den ich mir bei diesem einen, ziemlich unsympathischen Grosshändler, zum Aktionspreis gepostet habe. So ein Teil steht zwar schon zu Hause, gehört aber zu den doch ziemlich antiquierten Versionen und verfügt auch über noch keine integrierte Beleuchtung. Und dann ist da noch die ziemlich tolle Lektüre (Foto aus dem Buchladen, auf dem Kindle sieht das ein wenig anders aus, der Inhalt ist jedoch der gleiche). Year of the Monkey von Patti Smith

Selten wurde von mir ein Buch innerhalb kürzester Zeit wortwörtlich verschlungen. Patti Smith als Dichterin und Autorin beileibe keine Unbekannte. Schon Anfang der 90-er Jahre schwärmte Onkel Jochen von der Band Blumfeld vom schwelgerischen Schreibstil der Punkikone. Ich kann mich da an die zahlreichen Lobeshymnen von hüben und drüben nur anschliessen. Pflichtlektüre. Und weil so schön düster draussen ist, dudelt zu den niedergeschrieben Erinnerungen Patti Smiths, genau, die Musik von Patti Smith. Das schwere und melancholische Gone Again von 1996 passt da grad wunderbar.

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Fontaines D.C. – Too Real (2019; Dogrel)

Bereitet grad mächtig Spass, das Musik-Posten. Vor allem aber auch das Fontaines D.C. Debüt vom letzten Jahr. Die ersten 3 Tracks sind ja schon ziemliche Banger und laufen nun auch schon seit gut 14 Tagen auf Dauerrotation. Schnörkellose, nach vorne gepuschte Punkrock-Songs. Von wegen Gitartrenmusik ist tot und so! Schon lange nicht mehr so riesige Freude ans jungen Schnösels gehabt. Die restlichen Songs auf dem Album müssen sich aber überhaupt nicht verstecken. Absolut hörenswert und der gute alte CMA streckt hiermit nach Jahren des Verstaubens mit etwas Verspätung – man verzeihte mir – die New Fucking Favorite Band- Karte in die Höhe. Yes! Und wisst ihr was: Am Freitag gibts bereits Nachschub. Ein neues Album, gem. den einschlägigen Informanten wurde das Tempo ein wenig gedrosselt, soll dann pünktlich zu meinem Ferienbeginn in den Läden stehen. Vorfreude Galore!

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Behemoth – Ecclesia Diabolia Catholica (2018; I Loved You at Your Darkest)

Homeoffice ist ja so eine Sache. Grundsätzlich eine gute Sache, jedoch der Stuhl zu Hause super umbequem für stundenlanges arbeiten. Als temporäre Lösung soll stündliches Aufstehen und Rumlaufen sowie regelmässiges Nackenmuskeltraining Abhilfe schaffen. Letzteres klappt u.a. sehr gut mit den Lärmattacken von Behemoth. Wobei deren 2018-er Album ja schon fast Pop ist. Egal.

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Fiona Apple – Relay (2020; Fetch the Bolt Cutters)

Über Fiona Apple muss wohl nicht mehr viel geschrieben werden. Wer sie trotzdem noch nicht kennt, der oder die linse doch mal kurz in den lesenswerten Bericht aus dem deutschen Spiegel um ein wenig mehr über das Leben der Fiona A. sowie – natürlich – über ihr ziemlich wundervolles neues Album zu erfahren. Alles alter Kuchen, ich weiss, den Fetch the Bolt Cutters ist ja schon seit Monaten draussen – wenn ich mich recht entsinne tauchte das Teil in etwa mit dem Lockdown hierzulande im weltweiten Netz auf und wird wohl gerade deswegen als mein persönlicher Covid 19 Soundtrack in die Annalen eingehen. Und solltet ihr, analog meiner Wenigkeit, mit dem früheren Schaffen von Frau Apfel bislang nicht viel anfangen können, soll man hier trotzdem oder gerade deswegen unbedingt reinhören. Ein Meisterwerk der anspruchsvollen Popmusik!

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Thurston Moore – Alice Moki Jayne (2019; Sprit Counsel)

Es ist mittlerweile schon fast wieder Juli. Halbzeit! Ich sitz mit wenigen Ausnahmen noch immer ziemlich träge im Homeoffice und bearbeitete da stur die Finanz- und Personalplanung diverser Forschungsprojekte. Ein Tag gleicht dem anderen. Aufstehen, Kinder parat machen für den Hort, Kinder hinbringen und wenns dann grad mal nicht in der Wade oder an der Hüfte zwickt, folgt vor der Lohnarbeit noch ein lockerer Run entlang der Limmat. Immer mit dem Ziel, das angebaute Corona Fett irgendwie wieder zu minimieren. Aber wie das 2020 so ist, mit jeder Verlängerung des Homeoffice-Tätigkeit lässt die Motivation dann auch gleich wieder für ein paar Tage nach und die Selbstoptimierung – die ich ja grundsätzlich ziemlich verabscheue – weicht dem Pizza und Alkoholkonsum. Aktuell ist der Plan noch bis Ende August zu Hause zu bleiben. Schaut man sich jedoch die aktuell wieder stetig ansteigenden Covid 19-Fälle an, kann man eigentlich schon bald mit dem nächsten Teillockdown und der damit verbunden Verlängerung des Homeoffices rechnen. Viel Geduld ist also weiterhin gefragt.
Geduld, je nachdem wie Noise-Geschult das Ohr ist, braucht es auch für die etwas experimentelleren Alben des ehemaligen Sonic Youth Mitbegründer, Sänger und Gitarristen Thurston Moore. Meist sind diese Alben ziemlich anstrengend und nur schwer greifbar. Nicht so auf Spirit Counsel. 3 Songs, 3 CD’s. Viel Lärm trifft auf noch mehr Gitarren welche nach minutenlangen Kakophonien plötzlich die Popkeule schwingen, welche sich wiederum Minuten später hinter monotonen Krautspielereien vergräbt. Spirituelle Avantgarde nennt sich das wohl und macht derzeit beim Beschallen des Homeoffices, wie auch abends mit einem Buch in der Hand, ziemlich Freude.

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Bob Dylan – Murder Most Foul (2020; Rough and Rowdy Ways)

Nach gut 60 Jahren harter Arbeit im Showbiz, darf sich der gute Bob Dylan seit gut 3 Monaten, auch dank seinem ersten Billboard Nummer 1 Hit (hier als Song des Tages), endlich auf einer Stufe mit den legendären Sir Mix A Lot oder dem Gangsta Rapper Vanilla Ice wähnen. Herzliche Gratulation! Heute nun erschien sein 39. Studioalbum Rough and Rowdy Ways, ein ziemlich sprachgewaltiges Alterswerk, das dem letzten Leonard Cohen Album in Sachen 80 jährige veröffentlichen gute Platten, locker den Rang abläuft. Seine beste Scheibe seit Time out of Mind, und das soll doch was heissen.

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Bob Mould – American Crisis (2020; Blue Hearts)

Wow, das ich das nochmals erleben darf! Die Hüsker Dü Legende Bob Mould mal so richtig wütend. Kein Wunder bei dem was derzeit in den “Vereinigten” Staaten von Amerika so abgeht. Neus Album dann im September.

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Paddy McAloon – I Trawl The MEGAHERTZ (2003; I Trawl The MEGAHERTZ)

Da gibts definitiv kein Faron Young zu hören. Egal. I Trawl the MEGAHERTZ. So etwas wie der beste Song aller Zeiten. Intelligente Loungemusik? Wie auch immer. Wichtig: Dazu ein Campari Soda, bitte.

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Spirit Fest – Mirage (2020; Mirage Mirage)

Viele Pakete fanden den Weg während des Lockdowns nicht in den heimischen Briefkasten. Die Kohle streichen die Labels, Vertriebe und Mailorders trotzdem ein und verweisen beim Nachfragen auf nichtssagende Paragraphen. Nichts so das Berliner Label Morr Music. Auf Bandcamp einkaufen und 3 Tage später liegt die Musik zu Hause im CD Dreher. So sollte es doch sein. Und wenn dann die gekauften Platten noch wundertoll sind, machts doppelt Spass. Sehr zu empfehlen an dieser Stelle der neue Longplayer der u.a. aus Mitgliedern von Notwist und Tenniscoats bestehenden Band Sprit Fest. Sozusagen eine Indie-Supergroup. Und so klingt das Ganze dann auch aka man nehme das Beste der späten Notwist und würze es mit der leicht verschrobenen Niedlichkeit der japanischen Tenniscoats. Highly recommended!

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