Tocotronic – Jackpot (1999; K.O.O.K)

Mein Chef, heftigst in der Midlife-Krise und somit auch grosser Anhänger von Actionsportarten wie freihändig Radfahren und Nacktwandern in den Schweizer Voralpen, wollte kürzlich für die neue Firmenwebseite so tolle Dinge wie persönliche Interessen und Hobbys der Mitarbeiter niederschreiben. Schlussendlich geht es bei ihm dann aber mehr ums Angeben und nicht um eine gescheite und wirkungsvolle Vermarktung seines Heiligtums. Knurrend und mit Pistole am Kopf füllte ich den Fötzel aus und hattte unter Hobbies im Altersheim Bingo spielen vermerkt. Fand er standesgemäss nicht lustig – Humor hat er nämlich auch keinen – und somit steht im Weltweitenweb, bis ich dann irgendwann 2x die Woche einhändig die Eiger-Nordwand hochkraxle,  bis auf weiteres nichts persönliches unter dem auf biederstes Business getrimmten Foto.  Und dabei spiele ich wirklich sehr gerne Bingo, wenn auch nur online. Grad vorhin mit 10 Franken Einsatz den Jackpot geräumt. Abzüglich den Steuern bleiben immerhin noch 753.35 Schweizer Fränkli übrig. Darauf gibts am Feierabend dann den einen oder anderen Negroni. Und weil wohl Glückstag ist, hab auch gleich noch einen Lottozettel ausgefüllt. 18.8 Millionen wären echt nicht schlecht.

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Marillion – The New Kings (2016; F*** Everyone and Run)

Herbstzeit ist auch immer Marillion-Zeit. Gibt doch zu dieser Jahreszeit nichts passenderes als die melancholischen und verspielten Klänge dieser Kultcombo. Ich liebäugelte in den letzten Tagen auch schon mit dem Posting von Berlin, meinem Lieblingssong von Seasons End. Seasons End ja nach dem Ausstieg von Fish damals ein wirklich passabler Neufanfang mit Steve Hogarth als Frontman. Ziemlich unerwartet erblickte ich gestern im örtlichen Media Markt ein neues Album der Neo-Progrocker und hab zur Freude etwas später zu Hause festgestellt, wie gut diese neue Platte ist. Definitv die beste seit Marbles und das heisst doch was.Somit ist Berlin für irgendwann später auf die Seite gelegt und duch den für Marillion-Verhältnisse ziemlich politischen neuen Song The New Kings in dieser Rubrik ersetzt worden. Viel Freude damit! Und wieso ich im Media Markt war, etwas später diese Woche dann.

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Devendra Banhart – Middle Names (2016; Ape in Pink Marble)

Was für ein geiler Song. Genau so stelle ich mir Musik für den Herbst 2016 vor. Folkig leicht, dazu  eine ordentliche Prise dieser schüchternen und unterschwelligen Melancholie. Herr-lich-stens! Sollte ich also irgendeinmal Arthrose im Zeigefinger haben, dann sind mit grosser Bestimmtheit Middle Names und Devendra Banhart, resp. das durch sie ausgelöste, ständige Betätigen der Repeat-Taste, Schuld daran. Ja.

 

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Sebadoh – Spoiled (1991; III)

September 91, wir hatten es gestern davon. Definitiv ein grandioser und wichtiger Monat in der Popgeschichte.  Unbedingt erwähnt hätte auch III von Sebadoh werden müssen. Das Album ist ja sowas wie das Nevermind des Indierocks und hat nach Veröffentlichung Generationen von Bands im amerikanischen Untergrund  zu Grosstaten inspiriert. Mit Spoiled findet man darauf auch gleich meinen allerliebsten aller liebsten Sebadoh-Songs . Der wurde 4 Jahre später dank dem Film Kids, wo er passend wie die Faust aufs blaue Auge im Abspann lief, gar semi-berühmt.

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Züri West – I Verabschiedemimau (1994; Züri West)

First World Problems Galore. Klickt man am heutigen Tage ein wenig sinn- und wahllos im Internet rum, regiert nur ein Thema den Boulevard, ja das gesamte Weltgeschehen: Brangelina sind getrennt. Oh. Mein. Gott. Brad das Opfer, Angie die Täterin und mittendrin die besten Anwälte des Universums. Brad Pitt wurde angeblich auch schon im villaeigenen Keller auf der Suche nach den angestaubten Kuschelrock-CD’s gesichtet. Verständlich. Ein wenig musikalischer Beistand beim Ertränken des Schmerzes hat noch niemandem geschadet. Love Will Tear us Apart oder Nothing Compares 2 U. Monatelange Schlammschlachten um Kind und Gut sind uns gesichert, die sich anbahnende Endjahreslangweile verdrängt. Zumindest bei der Arbeit sind Rosenkriege die besten Zeittotschläger. Somit sind die Popcorn-Vorräte vorsorglich schon mal aufgefüllt worden. Call Me Appetite, der Hollywood-Reporter, bleibt natürlich am Ball und wird über eine allfällige Wiedervereinigung mit Jennifer A als erster berichten.

 

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Talk Talk – After The Flood (1991; Laughing Stock)

Was September 1991 the best month ever for albums? fragt die BBC in einem Artikel auf deren Website und berichten darin auch gleich über ein paar Hochkaräter von Nevermind via Fox Base Alpha zu Blood Sugar Sex Magik.

Als wäre vor 25 Jahren erst gestern gewesen, mag ich mich noch sehr gut an den einen oder anderen Release und deren Anpreisung mit Plakaten und sonstigem Schnick Schnack in den diversen Plattengeschäften erinnern. Doch reichte mein bescheidenes Taschengeld damals nur für den Kauf einer dieser Platten. Diese eine sollte dann aber meine musikalische, vom Heavy Metal beschränkte Welt, nachhaltig so ziemlich ordentlich auf den Kopf stellen. Genaueres findet man sicherlich irgendwo in diesem Blog darüber. Eine andere Platte, deren Wirkung damals ein wenig unterschätzt wurde, auch weil sie irgendwie aus der Zeit gefallen war, ist Talk Talk’s Laughing Stock. Die verspielte Introvertiertheit die darauf zu entdecken war, wollte irgendwie nicht ganz zum herrschenden Zeitgeist der lauten, selbstmörderischen Gitarren passen. Jahre später sollte sich jedoch Bands und Acts wie Radiohead, Elbow oder der amerikanische Bart-Folker Bon Iver auf dieses Werk berufen. Ein herbstlich-gefärbte Platte, die vor 25 Jahren notabene im Herbst erschien und somit hier, jetzt und unteranderem heute mal wieder gehört werden sollte, weil Herbst, weil gut, weil Lieblingsplatte.

 

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Bob Dylan – All The Way (2016; Fallen Angels)

Herbstlich gemütlich ist das Motto der neuen Woche. Fallen Angels, Bob Dylans aktuelle  mit kratzigen Coverversionen gespickte Platte, passt hierbei ganz gut ins Konzept.

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