Charlotte Gainsbourg – 5:55 (5:55; 2007)

Gestern besuchte ich mal wieder ein Züri West Konzert. Dieses Mal spielte die Combo auf dem noblen Zürich Berg am Live at Sunset Festival. Nobel war auch die Preise. Die Plätze auf der Tribüne kosteten doch glatt 170 Schweizer Franken! Züri West in Ehren, wer aber bezahlt solchen Wucher. Wie ich dann rausfand doch einige. Oder waren diese Herrschaften wie ich glückliche Menschen, die eine Bekanntschaft mit einem Sugar Daddy frönen? Man wird es im Nachhinein nie erfahren. Der Gig selber war toll und die Bilder dazu folgen noch, Ehrenwort. Einziger Vermutstropfen: Toucher wurde aus dem Programm gekippt. Trotzdem, es hat wie schon vor gut 7 Wochen ordentlich gerockt! Und immer wenn man in den letzten Jahren an einem Züri West Konzert war, möchte man nach dem nach Hause kommen, wie auch in den Tagen darauf, nicht Züri West CD’s hören, sondern sich von der sanften Stimme von Charlotte Gainsbourg einlullen lassen. Die Kenner unter den Lesern wissen, dass die Rede von der ziemlich gelungenen Charlotte Gainsbourg-Liebeserklärung namens 05:55 der alten Maschine, die noch immer lauft und lauft ist und definitiv als einer der zahlreichen Klassiker der Band angeschaut werden darf. In dem Sinne, Charlotte Forever.

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Elton John – Daniel (1973; Don’t Shoot Me I’m Only the Piano Player)

Da war ich nun zur Mittagszeit im stets geschäftigen Amsterdam. Das Ziel, die um Mitternacht beginnende Aufführung von Max Richters Sleep. 8 Stunden und ein paar Minuten dauert das Stück bekanntlich und so galt es vor dem Musikmarathon die Kräfte gut einzuteilen. Nichts wäre peinlicher, als schon nach 5 Minuten schnarchend sowie vermutlich noch besoffen dazuliegen und am nächsten Morgen dann vom Concierge unsanft geweckt zu werden. Noch peinlicher, weil mein gebuchtes „Bett“ sich in der Mitte der ersten Reihe befand. Somit galt es lange Märsche und Zechtouren durch die Stadt weit möglichst zu vermeiden. Doch was macht man gut 12 Stunden in Amsterdam, wenn nicht Trinken und die Kanäle rauf und runtergammeln? Genau! Und so begab ich mich schon kurz nach Ankunft in ein Pub unweit der Kaizersgracht, oder war es doch die Prinzengracht, egal, und wollte da meinen Durst mit einem Wasser löschen. Das Lokal gefiel mir auf anhin. In der Ecke stand ein Plattenspieler und darüber forderte ein Plakat auf, dass man doch seine Platten spielen soll und darf.  Drinnen kaum Betrieb. Ein aus vermutlich Asien stammender, junger Mann nutzte die Möglichkeiten des Wireless-Internets und die Servierdame legte grad neue Musik auf. Elton John‘s Daniel erklang aus den Boxen. Man kann über den guten Mann sagen und denken was man will. Er hat in einer Zeit, lange vor dieser, mal wirklich tolle Platten veröffentlich. Dazu gehört sicherlich auch Don’t Shoot Me I’m Only the Piano Player aus dem Jahre 73. Ein gute Stunde später verliess ich das Lokal mit ein paar Euronen weniger im Sack und dafür aber mit drei köstlichen holländischen IPA’s im Ranzen. Notabene grossen, ich hatte ja, wie eingangs erwähnt, ordentlich Durst. Um die wieder abzubauen, irrte ich nun ein paar Stunden in der Stadt rum. Auch keine gute Idee. Denn um 18 Uhr zählte mein iPhone bereits 32’489 getätigte Schritte. Und Durst hatte ich auch wieder. Somit ein gepflegtes Weizen in Schwiegervaters liebsten Supermarkt geholt, dazu ein paar Sushis und mich dann erstmal in der Nähe des legendären Concergebouw’s aufs Ohr gehauen. Sich in Amsterdam mal einfach so aufs Ohr hauen birgt aus eigener Erfahrung gewisse Risiken. Ungern erinnere ich mich an diese eine Nacht damals 1995 im Vondelpark. Ich hatte jedoch Glück und beim Erwachen waren meine Habseligkeiten noch alle da. Somit ging es dann doch relativ gut erholt zur Aufführung von Sleep und kann mit Stolz behaupten, ganze 4,5 Stunden des Konzerts bewusst erlebt zu haben. 2,5 am Anfang und 2 am Ende. Dafür erging es dem Kollegen auf der Pritsche hinter mir nicht so nach Wunsch. Erst krachte seine Liege zusammen, dann leerte er sich den Rotwein über die Klamotten und eine halbe Stunde später lag er dann laut schnarchend auf dem Rücken und erwachte erst wieder ne Viertelstunde vor Ende des Konzertes. Kann passieren, und wenn ich das so richtig beobachtet habe, schliefen die meisten schon kurz nach Beginn ein. Somit hätte ich ja vielleicht doch noch 2-3 Bier mehr trinken können.

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#Sleepless in Amsterdam

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Max Richter im Concertgebouw/Amsterdam (15.07.2017)

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Marconi Union – Blue Collar Parade (2011; Beautifully Falling Apart: Ambient Transmission Vol. 1)

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Sturm, Regen und meilenweite Tristesse. Endzeitstimmung an der Nordsee.

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Wilco – How To Fight Loneliness (1999; Summerteeth)

„Wir tranken, und ich liess Wilco’s Summerteeth laufen, aber sie schien sich nicht dafür zu interessieren…“. Karl Ove Knausgård in Lieben.

 

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Turbostaat – Am Ende einer Reise (2007; Vormann Leiss)

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Herrliche Stimmung heute Morgen bei der sportlichen Betätigung auf der holländischen Nordseeinsel Texel. Schwermut wohin das Auge reicht. Der passende Soundtrack war schnell gefunden., denn das Meer kennt seinen Weg, denn es war schon immer hier, das Meer kennt seinen Weg, und kehrt zurück zu dir……

 

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The Nits – Nescio (1983; Omsk)

Neulich, als der Vorrat an Skuumkoppe sich bereits dem Ende zugeneigt hat, gings noch in die mehr oder weniger einzige Kneipe im Ort hier auf der Insel. Ferien machen ja bekanntlich durstig. Die Location, der Name ist mir bereits wieder entfallen, eigentlich ganz nett, aber die Musik da, du meine Güte. Wesley Bronckhorst war da geradezu noch eine Offenbarung. Dabei hätten die Holländer doch die eine oder andere ziemlich anständige Band im Angebot. Die Nits zum Beispiel. Aber eben, den 5er und das Weggli gibt es halt nicht immer.

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