Die Aeronauten – Freundin (1995; Gegen Alles)

Immer diese Botschaften zu Beginn des Jahres. Ein weiterer Held meiner Adoleszenz ist vergangenen Sonntag verstorben. Oliver Maurmann, besser bekannt als Guz und Sänger der Aeronauten, starb mit nur 52 Jahren an einem Herzleiden. Die Aeronauten waren ja für den jungen Call Me Appetite eine ganz wichtige Band. Ihr Konzert im Frühjahr 1995 im seeligen KUBA zu Baden war der Auslöser für eine ganz grosse Leidenschaft: der Konzertbesuch. Ich war zwar schon vorher an Konzerten, an ziemlich grossen (Bon Jovi, Nirvana, Pantera etc), das hier war aber das erste Konzert was man so als “Indie” bezeichnen konnte. Es war anders. es war intim, es war toll und es sollten bis heute viele andere kleine Konzerte folgen. Zur selbigen Zeit rotierte auch der Song Freundin auf dem 3. Staatssender. Die Zeilen

Meine Freunde sagen mir ich solle mit ihnen gehen
Sie schlagen die Faschisten und ficken das System
Sie schreiben überall Sachen an die Wand
Sie hören Musik aus dem Baskenland
Doch ich möchte lieber eine Freundin

sprachen mir damals sofort aus der Seele, denn genau das wollte unser einer ja auch.  Guz war ein wunderbarer Songschreiber. Mit wenigen Ausnahmen deutsche Texte, manchmal lustig, manchmal nachdenklich, immer fernab von Schlager-Romantik und Volksmusik-Heimatgetue.

Machs gut, Guz.

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Yoshio Ojima – Parjanya (1988; Une Collection des Chainons II)

Fernab von Raum und Zeit.

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#2019 – The Year In My Ear – Platz 1

 

Stephan Eicher – Homeless Songs 

Kein Album wurde 2019 von mir mehr gehört. Dabei war ich Anfangs ja noch gar nicht sooooo begeistert davon. Lag vielleicht daran, dass beim überspielen der Songs auf den I-Föhn 4 Lieder irgendwo in der Datenwelt unbemerkt verloren gingen und das Album schon nach knapp 30 Minuten Spielzeit jeweils zu Ende war. Doch spätestens nach der ziemlich grandiosen Show im Zürcher Volkshaus hat’s gezündet. Die CD wurde nochmals aus dem Regal geholt, Fehler auf dem Unterwegs-Abspielgerät behoben und plötzlich machte alles Sinn.  Homeless Songs ist auch sonst ein besonderes, ja komisches Album. Es entstand erst nach Jahren des Rechtskrieges zwischen Eicher und seiner Plattenfirma und wurde Anfangs als Anti-Album mit nur 30 Sekunden- Songs an die Plattenfirma geschickt. Zum Glück kam dann doch noch alles anders und  ein grosser Teil der Songs wurde umgeschrieben und. u.a. mit der grossen Orchesterkelle angerührt. Es wäre ja so Schade gewesen, um die vielen tollen Lieder, die sich darauf u.a. zwischen Steel Pedal, Mundart, Herbst-Melancholie, Gedichten von Carl Albert Loosli, Streichern und eingespielten “Funksprüchen” bewegen. On the top, wie immer, die französischen Eicher-Songs und mit Prisonnière findet man auch gleich noch den besten und mit 237 Durchgängen am meisten gehörten Song des Jahres darauf.
Abschliessende Frage: ist es vermessen, hier von Eichers Alterswerk zu sprechen?

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#2019 – The Year In My Ear – Platz 2

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Nick Cave & The Bad Seeds – Ghosteen

Ghosteen ist Nick Caves 14. Album mit den Bad Seeds und das bislang ruhigste seiner Band-Karriere. Mehr Spoken Word als Gesang, mehr Ambient als exzentrische Instrumentalisierung. 11 Songs die einsamer, sehnsüchtiger, flehender, um mal ein paar wenige passende Adjektive in den Raum zu stellen, nicht sein könnten. Zeitloser Klassiker jetzt schon.

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#2019 – The Year In My Ear – Platz 3

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Weyes Blood – Titanic Rising

Titanic Rising, das sind 43 Minuten schwelgende und sentimentale Siebzigerjahre-Sounds, in welchen die Stimmen von Carole King und Karen Carpenter um die Ecke schielen. Sehr hip also, was die Zutaten betrifft, aber auch ziemlich toll, sonst wärs ja nicht hier auf dem dritten Platz.

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#2019 – The Year In My Ear – Platz 4

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Art of Fighting – Luna Low

Zwölf Jahre nach dem letzen Album veröffentlichen die Australier ihr bis dato bestes Album. Die bisherige Rezeptur,  also entschleunigter und melancholischer Indierock, wurde beibehalten ja gar verfeinert.  90-er Jahre Gitarrenschrammel-Nostaligiefreunde können hier also blind zugreifen. Bester Dream Pop, Slow Core oder weiss der Geier was Release seit Jahren und nur nicht in den Top 3, weil erst Ende November den Weg aus Australien in den Briefkasten gefunden und entsprechend ein wenig weniger gehört, als die drei noch folgenden Alben.

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#2019 – The Year In My Ear – Platz 5

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Lana del Rey – Norman Fucking Rockwell

Ruhig, düster, melancholisch, lasziv und nachdenklich. So klingt der 2019-er Output von Lana del Rey. Es ist auch gleich ihr bis dahin bester.

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