Bilderbuch – Barry Manilow (2015; Schick Schock)

Noch 101 Tage bis zum Jahresende. Von Herbst jedoch noch keine Spur. Im Gegenteil. Heute, 12.22 Uhr am Zürcher Central. 27 Grad zeigt das Thermometer an.  Ein Cabrio der Marke Porsche fährt vor. Am Steuer eine wasserstoffblondierte Dame vermutlich mittleren Alters, vermutlich zurecht operiert. Egal. Aus den Stereoboxen dröhnte in einer ziemlich amtlichen Lautstärke passend Copacabana von Barry Manilow. Ziemlich grauselig das alles. Und das schlimmste am Ganzen, schlimmer als die ganzen üblen Gerüche seit Monaten im öffentlichen Verkehr: dieses verfluchte Copacabana will nicht mehr aus meinem Kopf.  Bäh…

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Love Inc. – Lady Democracy (1995; Life’s A Gas)

Eine ziemlich tolle Verwurstisierung einer meiner liebsten Queen-Songs durch Wolfgang Voigt’s Love Inc.

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Jun Fukamachi – Morning Glow (1986; Nicole – 86 Spring and Summer)

Viel schönes und einst ziemlich rares aus vergangenen Tagen gibts es auf dem jungen Genfer Label WRWTFWW zu entdecken.  Über das Label bin ich eher zufällig via Kauf des Reissues des einst auf Discogs sehr teuer gehandelten Through the Looking Glass von Midori Takada gestolpert. Jahrelang auf dem Rechner gehabt, nun endlich auch phyisisch  vorhanden.
Eine grosse Freude zum Zuhören ist auch Nicole (86 Spring and Summer Collection) von Jun Fukamachi. Bis vor kurzem noch nie etwas von dem Mann gehört. Kein Wunder, das Album wurde auch nur limitiert und für Promotionszwecke für die damaligen Nicole-Kollektion-Fashion Shows vom gefeierten Designer Mitsuhiro Matsuda’s auf Vinyl gepresst. Allergrösstes Kino jedenfalls und für Freunde des japanischen stämmigen Kuddelmuddel aus Ambient, Jazz, Synthflächen und New Age ein absolutes Muss. So, und nun muss nur noch ein Campari Soda her. Hörtipp!

 

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#Zürich Openair 2018

Besser spät als nie. Kurzer Rückblick.

Lo & Leduc
Ich war, weil keine Schlange am Eingang, zu früh auf dem Gelände und musste so zwangsweise die letzten 5-6 Songs hören. So genau weiss ich das aber nicht mehr, da dieser Patriotenpop musikalisch und vor allem textlich extrem mies ist. Wieso tut man sich das an:  Leider kan man sich an solchen Anlässen nur schwer verstecken und mir schon am Anfang des abends unnötig die Kante geben, wollte ich dann auch nicht. Also stand ich so da und hoffte auf ein heftiges Unwetter. Alternativ hätte ich mich auch mit einem Stromausfall zufrieden gegeben.  Nebst haufenweise dümmlicher Textpassagen (man muss da auch gar nicht genau hinhören um die eine oder andere saudumme Zeile mitzubekommen)  gab es zig penibel einstudierte Publikums-Anbiederungen über den wahnsinnig tollen Sommer, den wahnsinnig lächerlichen Zürich/Bern-Konflikt sowie von wahnsinnig tollen Zürchern im wahnsinnig tollen Sommer. “Würg”. Es gab, zu deren Entschuldigung, dann doch einige Schweizer-Flaggen-Schwinger, die wahnsinnig steil gingen.  Und zum krönenden Abschluss durfte der erfolgreichste Schweizer Song aller Zeiten. 079 het sie gsait…. natürlich nicht fehlen. Prädikat: Riesenbrunz. Generell so ziemlich das dünnschisigste, was mir je zu Ohren kam. NIE wieder. NIE.   0/10

Goat Girl
Schrecklicke Outfits,  gute Musik. Kurze, knackige Songs die irgendwie an die legendären Raincoats und Slits erinnerten.  8/10

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King Gizzard and the Lizard Wizard
War ein ziemlich wilder Ritt irgendwo zwischen rustikalen AC/DC-Riffs und verdrogter Psychedelik. So wild,  dass während des gepflegten Moshpits einigen Menschen ihre Sehhilfen in die Brüche gingen.  7/10

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Incubus
Ein Blick auf Wikipedia verrät, dass die damals in den 90-ern mal ziemlich gross waren. Halt schon ziemlich doof, wenn man sich da so ne Stunde auf der Bühne abrackert und am Ende, just dann wen man den grössten Hit anstimmt, die Yeezus-T-Shirt Träger, und das war an dem Abend ziemlich inflationär, stumm bleiben. Ich fands ganz ok, bin ja auch ein alter Mann. 5/10

Kendrick Lamar
Ein überbezahlter, erwachsener Mann der vor zahlreichen Menschen zu Musik ab Konserve am Schnäbi rumspielte.  Und ja, da waren doch noch zwei DJ’s. Was die wohl gemacht haben? 1+1/10
(den Extrapunkt gibt es für das Oasis-Shirt).

Liebes ZOA-Team, ich mache das gleiche einen Abend lang für “nur” 100’000 Schweizer Fränkli . Musik dürft ihr aussuchen.

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Liam Gallagher
Gute Unterhaltung zum einen oder anderen Weizenbier. Hat vor allem dann Spass gemacht, als die Hits der ersten beiden Oasis-Platten angestimmt wurden. An dieser Stelle nochmals ein Sorry an den Typen mit stylischer Baskenmütze schräg vor mir, welcher das ganze Konzert mit dem Handy gefilmt hat. Mir ist so im Nachhinein aufgefallen, dass ich da beim lauten mitsingen textlich irgendwie und oft was verwechselt habe.  7/10

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Charlotte Gainsbourg
Fantastique! Songauswahl, Bühnebild, Lichtshow, Alles hat gepasst.  Fast alles; ich verstehe nämlich auch 2018 die 7-8 turnsäckli-tragenden – standesgemäss mit irgendeinem gescheiten Veganer-Spruch versehen – und muskelbepackten Selbstinszinierer nicht. Lächerlich, eure vor der  Bühne simmultan vorgeführten Gymnastikübungen.  Kann Charlotte aber nix dafür.  9.5/10IMG_3779.jpg

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R.E.M. – Strange Currencies (1994; Monster)

War heute, wie meist, noch sehr früh und vor allem dunkel, als ich die heilige Schlafhalle zum Pflegen meiner streng sozialistischen Abläufe wie Duschen, viel Kaffee trinken und Kind 1 wecken verliess. Letzteres erübrigte sich dann von selbst und so wurde die meist nur von Musik begleitete erste Kaffeezufuhr zusammen mit Kind 1 am Küchentisch verbracht. Auf Kommando stellte Siri artig die Musik im Shuffle-Modus ein und lag gleich mit der ersten Auswahl goldrichtig. Die logische Konsequenz daraus: die Ernennung zum Song des Tages. Ich war dann gleich so von R.E.M. angefixt, dass ich der sogenannten intelligenten Software im Anschluss den Auftrag erteilte, das Album Monster in voller länge abzuspielen. Und da Kind 1 für den allmorgendlichen Milchkonsum auch seine Zeit braucht, durften Michael Stipe und Mannschaft fast alle Monsterhits für uns spielen.

Monster von R.E.M. schlug damals nach dem sehr popig-folkigen Überseller Automatic for the People wieder etwas lautere und schrägere Töne an und brachte in der langen Karriere der Band wohl auch die grösste Ansammlung an paradox-klanglichen Überraschungen hervor. Trotz (oder genau wegen) der “Experiemente” sind die zwölf sublimen und selbstbewussten Aufnahmen ausnahmslos Meisterwerke.  Manchmal braucht es auch gar nicht allzu viel. Drei Akkorde in vier Minuten, verzerrte Gitarren sowie Michael Stipes kryptische Phrasierung. Der Rest ergab sich von selbst. Monster brachte R.E.M nebst viel Kritiker Lob, auch ziemlich anständige Verkaufszahlen ein und manifestierte damals ihren Ruf zu den wichtigsten Bands der Zeit zu gehören.

Bald 25 Jahre nach Release gehört das Album noch immer zu meinen liebsten drei R.E.M.-Veröffentlichungen. Schliesslich werden mit Monster auch zahlreiche mehr oder weniger schöne Erinnerungen in Verbindung gebracht. Nostalgie nennt man das dann wohl. Egal.

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William Basinski – Disintegration Loop 1.1 (2002; Disintegration Loops)

Heute vor 17 Jahren. Der Anfang vom Ende. Der Tag, der die Welt zu einer noch schlechteren veränderte. Dazu passend die wohl traurigste Musik, die je komponiert wurde. Disintegration Loops. Ob die Loops nun wirklich am Tage von 9/11 finalisiert wurden, weiss nur der William selber. Zumindest hat er hier eine geschickte Marketingstrategie gewählt, denn mit 9/11 im Petto kannst du selbst Oma’s ausgelatschte Tschibo-Sandalen teuer verkaufen. Nichtsdestotrotz, absolutes Masterpiece und ewige Lieblingsplatte.

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#Trick Pony

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Charlotte Gainsbourg am Zürich Openair (28.08.2018)

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