Züri West – I schänke Dr mis Härz (1994; Züri West)

Love is in the Air. Seit heute steht das nunmehr 13 Studioalbum der Berner Kultband Züri West in den Läden. Love heisst das Ding und die Vorfreude meinerseits über die sicherlich wiederum tollen Geschichten und Sorgen des kleinen Mannes sind so riesig, dass zu Hause schon seit Tagen der Backkatolg rauf und runter gedudelt wird. Die logische Konsquenz kann somit einmal mehr nur die Huldigung der Band in Form des heutigen Song des Tages sein, und zwar auch gleich mit dem Züri West-Klassiker und dem wohl grössten Schweizer-Hit aller Zeiten schlechthin, I schänke Dr mis Härz.  Viel Freude damit und vergesst bitte nicht, lieb zueinander zu sein.

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Mount Eerie – Real Death (2017; A Crow Looked At Me)

Es gibt traurige Musik, die lyrische oder musikalische Motive einsetzt, um das Elend zu vermitteln. Und dann gibt es dieses Album, das in einem dunklen Raum über beidem schwebt und an dessen Traurigkeit selbst die Lieder daran zerbrechen. Phil Elvrum und Geneviève führten über Jahre hinweg ein glückliches Leben. Im Jahr 2015 kam die gemeinsame Tochter auf die Welt. Das Glück währte jedoch nicht lange, denn kurz darauf erfuhr Geneviève, dass sie an inoperablen Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt ist. Mit nur 35 Jahren verstarb sie im Juli des letzten Jahres. Den schweren Kummer über den Verlust seiner grossen Liebe hat Phil Elvrum nun mit emotionalen Worten zwischen Singen und Sprechen zu einem musikalischen Tagebuch verarbeitet. Das rohe Endprodukt ist bedrückend, ja niederschmetternd. Langsam und schleppend quälen sich die reduziert eingespielten Lieder von der offenen Wunde hin zur Vernarbung, bei der jedoch wieder alles von vorne beginnt. Man möchte beim Zuhören dieser intimen Trauerarbeit am liebsten laut losheulen. Trotz aller Schwere ist A Crow Looked At Me aber auch zart und elegant, vor allem aber ziemlich ehrlich und es ist zu hoffen, dass Phil Elvrum seinen beschwerlichen Weg der Trauerverarbeitung vollenden wird, auch seiner Tochter zu liebe, der er den letzten Song Crow auf dem Album widmet.

….Following us as we wove through the cedar grove
I walked and you bobbed and dozed
Sweet kid, we were watched and followed and I thought of Genevieve
Sweet kid, I heard you murmur in your sleep
„Crow,“ you said, „Crow“
And I asked, „Are you dreaming about a crow?“
And there she was…

 Uneingeschränkter Hörtipp!

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Magnetic Fields – ’68: A Cat Called Dionysus (2017; 50 Song Memoir)

Gut Ding will Weile haben. Die 50 neuen Songs vom neuen Monsteroutput der Magnetic Fields mussten in den letzten Tagen und Wochen erstmal so richtig verdaut werden. So offensichtliche Ohrwürmer wie Luckiest Guy on the Lower East Side, Papa was A Rodeo, Absolutely Cuckoo und mindestens 20 andere, übrigens zu hören damals vor einer halben Ewigkeit auf dem Überwerk 69 Love Songs, gibt’s beim ersten oberflächlichen Kennenlernen nicht zu entdecken. Somit machte sich erst mal eine leichte Prise der Enttäuschung bei mir breit. Irgendwie hat man das Gefühl, zumindest wenn man frühere Werke der Magnetic Fields zum Vergleich herbeizieht, dass der Herr Merritt ein wenig abgelöscht, ja frustriert klingt. Ob das mit einer allfälligen Midlife-Crisis zu tun hat? Zumindest haben die 50 neuen Songs nicht mehr viel mit dem jugendlichen Wahnsinn der eben erwähnten 69 Liebeslieder am Hut. Obwohl von Folk, über gepflegten Indiepop, schrägen Synthie-Sounds und allerlei anderen musikalischen Spielereien wiederum die ganze Bandbreite an Stilrichtungen vertreten ist, klingt hier erstmal alles etwas generisch. Ausreisser nach oben müssen mit dem Hörgerät aufgespürt werden. Einer davon ist für mich ganz klar der heutige Song des Tages. Dafür, und das ist doch auch ziemlich beachtlich, gibt’s unter den 50 neuen Songs auch keinen wirklich schlechten Song zu verzeichnen. Und so ertappe ich mich nach der niedergelegten ersten Enttäuschung mittlerweile doch fast täglich beim Anhören der Memoiren von Stephin Merritt und kann getrost behaupten, das 50 Song Memoir ein klassicher Grower ist und  somit jede investierte Minute Gold wert sein kann. Summa summarum ein gutes Album, das am besten als Ganzes konsumiert wird. Tipp!

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Juliana Hatfield – Wonder Why (2017; Pussycat)

Vorfreude Galore. Juliana Hatfield, Ex-Gespielin von Oberzitrone Evan Dando sowie Heldin unzähliger,  heranwachsender Mädchen in den 90-er Jahren beehrt unsere Lauscher Ende April mit einem neuen Solo-Album. Die Vorabauskopplung Wonder Why ist schon mal ziemlich amtlich und weckt die zart-nostalgischen Erinnerungen an eine Jahrzehnts zwischen Aufbruch und Sehnsucht.

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The Lemonheads – Down About It (1993; Come On And Feel The Lemonheads)

Die Zeit der Griesgrämer- und Grännimusik scheint vorerst gezählt. Wie schon in den 39 Jahren zuvor, setzen die ersten frühlingshaften Tage des Jahres längst vermisste Energien und Kräfte frei. Man fühlt sich auch gleich 20 Jahre jünger und möchte am liebsten sämtliche Baumstämme im Umkreis von 40km ausreissen. Nicht zu verachten ist die durch den Sonnenschein aufgeheiterte Laune. Herrlich!  Sonnenschein und gute Laune verlangen dann auch nach entsprechender Musik. So werden endlich wieder die schimmernden Gitarren aus der R.E.M.-Frühphase reaktiviert, die zahlreichen Hits der Pet Shop Boys schon am Morgen nach dem Aufstehen gemeinsam mit den Spatzen auf dem Balkon mitgepfiffen und während dem unbeholfenen Rumgehopse durch die Stube dürfen die Lemonheads lärmen. Das Frühlingserwachen ist halt schon etwas ziemlich schönes.

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Elvis Costello – Welcome To The Working Week (1977; My Aim Is True)

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Fabrizio de André – La Collina (1971; Non Al Denaro Non All‘ Amore Né Al Cielo)

Endlich Freitag! Das Tor zum Wochenende ist weit aufgestossen und der süssliche Duft von Dolce Far Niente strömt bereits durch die Strassen dieser Stadt. Selbst die Sonne lacht mal wieder vom Himmel und so kann man getrost behaupten, dass alles gut wird. Fast alles.

 

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