Razorlight – America (2006: Razorlight)

Ich hatte vor einer Weile ein Ticket für die Razorlight-Show im Zürcher Kaufleuten vom Veranstalter angeboten bekommen. Bin da nicht so der grosse Fan von, aber die Hits sind halt eben schon Hits. So nahm ich das Angebot an. Gestern war es dann soweit und man durfte sich während 90 Minuten und über 20 Songs ordentlich in der Nostalgie suhlen, auch weil die Herren so ziemlich jeden Hit der ersten beiden ziemlch okayen Platten spielten. Rip It Up, In the Morning, Golden Touch, Wire to Wire  – um mal nur ein paar wenige zu nennen – und natürlich das am Schluss platzierte, wohl berühmteste Razorlight-Stück überhaupt, America. Und wie das so ist, wenn derzeit jemand einen Song mit America irgendwas im Angebot hat, folgt mit der Ansage mit grosser Wahrscheinlichkeit ein Fuck You Mr. Trump. In dem Sinne auch von mir:  Fuck You Mr. Trump. Und Putin. Und Assad. Und Bolsonaro und sonst so jeder Autokrat und Rechtspopulist dieser Welt. Und weils gestern unerwartet ziemlich gut war, will ich noch ein wenig mit Razorlights America schwelgen. Hach.

PS. gibt diesesmal sicherlich auch ordentlich Zugriffszahlen aus Russland und Braslilien. Denn, jedesmal wenn ich nur irgendwie Mr. Trump erwähne, gibts hunderte Zugriffe aus den Staaten. Ob da wohl die Geheimpolizei bei mir Böses vermutet?

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Die Goldenen Zitronen – Katakombe (2019; More Than A Feeling)

Die Goldenen Zitronen 2019. Noch genauso relevant wie am Tag als Thomas Anders starb. Einfach besser. Hip Hop, Elektro, Punk und sonst allerhand schrullige Klangforschungen gibt es auf More than a Feeling, der mindestens besten Zitronen Platte seit Das bisschen Totschlag zu entdecken. Absolute Empfehlung.

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Nathalie Weider – Tür (2018: Wegkreuzer)

Türen (Einzahl, die Tür) sind eigentlich eine gute Sache. Will man mal nicht gestört werden,  schliesst man sie einfach. In den meisten Fällen funktioniert das dann ganz gut, ausser, wie jetzt gerade, Kind Nr. 1 mir unbedingt ein Buch zeigen will und somit für einmal keinen Halt vor geschlossenen Türen kennt.  Pophistorisch sind Türen ja ein grosses Ding.  Man denke da an Acts wie ähm  The Doors oder die deutschen Türen. Letzere haben aber mit Jim Morrison’s Mannschaft in etwa so viel gemeinsam, wie Donald Trump mit der Wahrheit.  Auch in Sachen Liedgut ist die in der Regel drehbare Einrichtung zum Schließen einer Öffnung ziemlich prominent vertreten. Knockin on Heaves Door ist vermutlich der bekannteste und auch am meisten gecoverte Vertreter aus dem Genre “Türensongs”. Zig tausend weitere Beispiele könnte man noch anfügen, aber eben, Kind wartet ziemlich ungeduldig mit dem Buch. Einer muss dann aber noch sein. Sehr schön ist der über eine “verschlossene” Tür von der Ostschweizer Musikerin Nathalie Weider. Nachzuhören auf dem letzten Jahr erschienenen, wundervollen Album Wegkreuzer. Deutsche Popmusik, ehrlich und mit viel Leidenschaft.

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Better Oblivion Community Center – Didn’t Know What I Was In For (2019; BOCS)

Kurz nach der Jahrtausendwende war Omaha das neue Seattle, das Label Saddle Creek sowas wie Sub Pop und Emo-Folker Conor Oberst der neue Messias. So oder so ähnlich war das damals. Jahre sind mittlerweile ins Land gezogen, Conor Oberst veröffentlichte seit 2005 meist ziemlich mediokre Alben und wenn er mal in den Medien auftauchte, dann vor allem wegen dieser angeblichen Vergewaltigungsgeschichte. Seit einer Woche ist der mittlerweile auch schon fast 39 jährige endlich auch musikalisch mal wieder in aller Munde. Zusammen mit der bezaubernden Phoebe Bridgers hat er die Band Better Oblivion Community Center ins Leben gerufen und selbstbetitelt auch gleich eine ziemlich starke Platte hinterher geworfen. Das ganze meist etwas “lüpfiger” als Phoebes und Conors Soloergüsse der letzten Jahre, aber bei weitem nie so Emo wie damals die Bright Eyes-Höhenflüge. Ich bin mehr als nur entzückt, auch weil ich doch eher etwas in Richtung Nancy und Lee-Gedächnis-Gesäusel erwartet habe und mir das Ganze somit erst gar nicht anhören wollte. Anspieltipp!

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Quiet Island – Drunk (2018; Telescope)

Auch der Opening Act der vergangenen Red Brick Chapel Label-Night mochte mich live vollends zu überzeugen. Mit Ihrem mehrstimmigen Gesang und den dazu passenden poetischen Harmonien erinnerte das Quartet aus Genf oft und gerne an die gute alte Musik vergangner Tage (CSNY, Fleetwood Mac) ohne dabei altbacken zu wirken. Quiet Island, ein Versprechen für die Zukunft. Und by the way,  Drunk wäre ich auch gerne gewesen, aber das Thema hatten wir ja schon im letzten Beitrag.

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Mnevis – The Kids in Town (2019; Episodes)

Letzten Samstag war ich seit Ewigkeiten mal wieder im Ausgang. Ewigkeiten ist dann auch ein gutes Stichwort. Ich hatte doch ganz vergessen, wie schweineteuer so ein Halbliter Bier im Ausgang ist. 9.50 Franken verlangten die Herrschaften hinter der Theke für einen Plastikbecher Bier der Marke Turbinebräu.  Ich verstünde ja solche Preise, würde das Bier irgendwo auf Feuerland hergestellt und unter wiedrigsten Umständen mit dem Ruderboot nach Europa exportiert werden. Aber für Bier, gebraut in der Stadt und vor allem nicht mal so ein gutes, ist das schon ziemlich happig. Egal. Immerhin war der Eintritt zur Red Brick Chapel-Labelnight mit 25 Franken fast geschenkt, was mitunter ein Grund war, mal wieder rauszugehen. Unter anderem feierte man an diesem  ziemlich schönen Abend den Release von Epsiodes, dem wunderbaren Debütalbum von Mnevis. Wer von Mnevis noch nie gehört hat, macht nichts. Kann man hier und jetzt nachholen. Auf Episodes gibt es dann auch haufenweise kontrasteiche und unbeschwerte Popmusik, die mit äusserst schicken Arrangments aufgepeppt wird. Mal eher melancholisch, mal locker sommerlich wie im heutigen Song des Tages. In mir wurden beim Konzert, wie auch beim Hören der Platte, dann teilweise auch angenehme Assoziationen an Sophtware Slump-Grandaddy-Ära geweckt. Und das zeigt doch schon mal, wie unschweizerisch diese Mnevis klingen. Hörtipp!

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Deluxx Folk Implosion – Daddy Never Understood (1996; Daddy Never Understood 7″)

Wir machen uns die Welt widdewidde wie sie uns gefällt. Auch 2019. Und für eine bessere Welt braucht es haufenweise Lieblingslieder. Eines davon ist von der Deluxx Folk Implosion und ist ziemlich laut, dreckig und geil.

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