Category Archives: Song of the Day

Rogér Fakhr – (Such a) Trip Thru Time (2021; Fine Anyway)

Folk aus dem Libanon irgendwo zwischen Nick Drake und Cat Stevens, zeitlos und wunderschön. Die Songs sind zwar schon 45 Jahre alt, doch mehr als ein paar Kopien auf Kassetten gabs es damals nicht. Der Bürgerkrieg im Libanon tat sein übriges und Rogér Fakhr begrub seine musikalischen Ambitionen und wanderte stattdessen in die USA aus. Danke dem eifrigen Berliner Label Habibi Funk gibts nun Fine Anyway auch für die breite Masse und wer weiss, vielleicht gibts ja so ein neues Popwunder à la Rodriguez. Zu Wünschen wäre es dem guten Manne jedenfalls.

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Fifty Foot Mama- The End Is Already Inside Of It (2007; Hard and Soul)

Die Zürcherin Nadja Zela veröffentlichte letztes Jahr das ziemlich ambitionierte, zugleich aber auch zutiefst berührende Greetings to Andromeda.Requiem, welches sie ihrem vor rund 4 ,5 Jahren verstorbenen Partner, dem über die Schweizer Landesgrenzen hinaus bekannten Cartoonisten Christoph Badoux gewidmet hat. Ein Album, das man sich am besten in gediegener Umgebung mit einem Glas Rotwein geben sollte – und nicht als Hintergrund-Berieselung. Im nimmerendenwollenden Dauer-Homeoffice bevorzug ich es die Tage dann doch etwas rockiger und wenn es was von Nadja Zela sein soll, dann doch eher ihre früheren Solosachen oder die mit etwas mehr Druck nach vorne preschenden Song ihrer damaligen Band Fifty Foot Mama. Hard and Soul war ein ziemlich vielversprechender Output und rotierte in einer Zeit vor dieser in meiner Badener Single-Dachwohnung um die Wette mit den Alben des Jahres.

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Masha Qrella – Märchen (2021; Woanders)

Der Vertonung von Gedichten stehe ich eigentlich eher skeptisch gegenüber. Und dann noch von Thomas Brasch. Also nicht, dass ich den schlecht finden würde, ich kannte ihn bis vor Kurzem überhaupt nicht. Wären da also nicht noch die eine oder andere ziemlich ansprechende Rezension über Woanders in den Medien meines Vertrauens erschienen, ich hätte dem neuen Album von Masha Qrella wohl null Chancen gegeben. Nun, mittlerweile ist mir Thomas Brasch ein Begriff. Seine gesammelten Werke stehen mittlerweile in meiner kleinen aber feinen Bibliothek genauso wie dieses wunderbare Werk von Masha Qrella, ihrem ersten deutschsprachigen überhaupt. Die Texte, manchmal auch nur Fragmente, passen hervorragend zur den meist geisterhaft-träumerischen Klängen. Es gibt aber zwischendurch auch die Songs, etwa Maschinen, vorgetragen im Duett mit dem Ja PanikSpechtl , die auf pumpenden Housebeats basieren und bestens in die dunkle Clubnacht passen würden. Der Grundtenor bleibt jedoch ruhig und melancholisch, wie das im Duett mit Thomas Brasch’s Schwester Marion vorgetragene Märchen. Woanders ist für mich die bisherige Überraschung 2021 schlechthin und die 17 Songs bei 68 Spielminuten sind keine Sekunde langweilig oder unnötig. Anders gesagt, all Killer no Filler oder nochmals anders ausgedrückt: absolutetste Kaufempfehlung.

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The Weather Station – Parking Lot (2021; Ignorance)

Nach der Russenpeitsche hält nun der Frühling Einzug. Aber hey, man soll sich noch nicht zu früh freuen. Eisheilige, Schafskälte, you name it werden mit Bestimmtheit noch ordentlich wüten und eine professionelle Reinigung meiner Wintermäntel – nach dem Mottendesaster von vor ein paar Jahren nun ein Muss – darf somit noch ein wenig warten. Das zur Lage der Nation, die sich seit einem Jahr Corona auch kaum ändert.
Nun aber zurück zum Wichtigen hier im Blog, nämlich der neuen bezaubernden Scheibe von The Weather Station, die sich seit Release Ende Januar in der endlosen Endlosschleife befindet. Denn: So gut ist das! Der Weg führt von den folkigen Roots früherer Jahre sanft weg in Richtung Pop, der auch mal pompös synthetisch oder mit wilden Jazzeinlagen daher kommen kann. Ich jedenfalls kann nicht genug davon kriegen und möchte diese Scheibe in einem bislang sowieso tollen Release-Jahr – dazu dann die nächsten Tage noch mehr – jedem ans Herz legen.

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Flaming Lips – Dinosaurs on the Mountain (2020; American Dream)

Russenpeitsche, Lockdown und damit verbundene Personenbegrenzungen. Das Leben ist im Moment für viele nicht einfach. Schön gibt es da die skurril verdrogte Welt von Wayne Coyne und seinen Flaming Lips. American Head, ich muss es nun doch noch zugeben, ist ein verdammtes Meisterwerk. Ich weiss auch nicht welcher Teufel mich da letzten Herbst geritten hat und ich das Album nach zwei mickrigen Durchgängen wieder beiseite gelegt habe. Bis gestern! Sehr dumm, denn American Head ist ein wundervolles Märchen-LSD Abenteuer das sich in der umfangreichen Discographie der Lips gleich nach dem Überwerk Soft Bulletin einreiht. Aber bitte hören Sie selbst.

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Vinicio Capossela – Si è spento il sole (2007; L’Indispensabile)

Für Kind 1 startet im August der Ernst des Lebens und für die Eltern werden bis tief ins nächste Jahrzehnt die Fahrten in die von Gleichgesinnten überbevölkerten Ferienparadiese dieser Welt ein teurer Spass werden. So planten wir schon letztes Jahr “off season” etwas länger in den Urlaub zu fahren. Drei bis vier Wochen Sizilien mit allem drum und dran war mal der vage Plan. Mit der Covid-Scheisse wurde die Geschichte dann schnell anders geschrieben und auch dieses Jahr siehts nicht wirklich besser aus. Landauf landab werkeln die von Steuergeldern finanzierten Versager des Bundes immer noch an einer für alle optimalen Lösung, die trotz viel grossem Trara nicht eintreffen will. Und so sieht es für ein wenig Italianità dieses Jahr wiederum eher düster aus.
Immerhin, Ersatzbefriedigung gibt’s in der Krise mit den zahlreichen schrägen Canzoni von Vinicio Capossela, seines Zeichens CMA’s-Lieblingsitaliener und Spaghetti-Tom Waits. Letzteres ist als absolutes Kompliment zu verstehen und den Dackelblick-Eros-Fans rate ich jetzt schon, die Finger davon zu lassen. Alle anderen werden in dem ziemlich lebensbejahenden Mix aus Canzoni, Tango, Blues, Mittelalterspielereien, Folk und weiss der Geier was ihre Freude finden. Die Tom Waits Fraktion sowieso, auch weil ein gewisser Marc Ribot immermal wieder die Gitarre schwingt. Zum Einstieg sollte man sich die superbe Compilation L’Indispensabile aus dem Jahre 2003 gönnen. Die startet auch gleich mit dem tollen Celentano-Cover Si è spento il sole. Und jetzt einen Negroni bitte.

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Jeff Parker – After The Rain (2020; Suite for Max Brown)

Die besten Platten aus dem Vorjahr entdeckt man immer erst viel später. Jeff Parker, dem einen oder anderen Tortoise-Fans sicherlich bestens bekannt, werkelt schon seit rund 20 Jahrem mal mehr, mal weniger Solo an interessanter Musik im Spannungsfeld zwischen Postrock, (Free-)Jazz, Afrofunk und und sonstig fusioniertem Gedüdel. Vor allem das letztjährige Suite for Max Brown hat es mir momentan besonders angetan. Meist dominieren sanfte und warme Klänge, doch hinter der luftigenlockeren Fassade tauchen immer mal wieder wilde Saxophon-Solos auf. Macht richtig Spass.

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#2020 – The Year In My Ear – Platz 2

Bob Dylan – Rough and Rowdy Ways

The Return of His Bobbnes. Und wie! Bestes Album seit irgendwie 25 Jahren. Vor allem die beiden wortgewaltigen Key West und Murder Most Foul am Ende des Album sind eine absolute Offenbarung. Singen kann der alte Mann ja schon längst nicht mehr – wobei konnte er das je richtig? Egal. Dafür rumpelt die Bluesband umso professioneller durch die 70 Minuten Albumlänge. Meisterwerk!

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Ween – Tried & True (2003; Quebec)

Wenn beide Kinder zeitgleich ohne Murren und Dooftun einschlafen, dann ist dies wahrscheinlich den Fakebrüdern Dean & Gene Ween, die im Wohnzimmer via Stereoanlage musizierten, zu verdanken.

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Bill Callahan – Let’s Move To The Country (2020; Gold Records)

Hello, I’m Johnny Cash scherzt der gute Bill Callahan zu Beginn seiner mittlerweile 18. Platte – Arbeiten unter dem Moniker Smog miteingerechnet. Gold Record ist vielleicht nicht seine beste Platte, aber dafür wahrscheinlich diejenige mit den besten Songzeilen seiner Karriere. Generell hat Bill einiges zu erzählen. Grosse Worte, meist mit sparsamer Musik untermalt. Als Anpspieltipp werfe ich mal die leicht umgeschriebene Version seines 99-er “Hits” Let’s Move to the Country” in die Runde. Let’s start a family/ Let’s have a baby/ Or maybe two. Goldig wie der Herbst.

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