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#2021 – The Year In My Ear – Platz 1

Masha Qrella – Woanders

Die gesammelten Gedichte von Thomas Brasch liegen zwar noch immer ungelesen auf meinem Schreibtisch, doch zumindest kann ich dank Masha Qrella die eine oder andere Passage in-und auswendig. Mit der Verarbeitung dessen Texte ins Songformat wagt sich Masha Qrella zum ersten Mal in ihrer doch auch schon langen Musikerinnenkarriere in das Terrain des deutschen Textformats. Dazu spielt sie eher ruhige Popmusik der unterschwellig-melancholischen Sorte. Manchmal, so wie in Geister oder Maschinen, darf es auch etwas technoider werden. Die Beats erinnern dann angenehm an einen ausklingenden Clubabend und vermitteln dem Album das gewisse Etwas ohne jedoch den melancholisch-grauen Faden zu verlieren. Ein Album für die einsame Insel.

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Masha Qrella – Märchen (2021; Woanders)

Der Vertonung von Gedichten stehe ich eigentlich eher skeptisch gegenüber. Und dann noch von Thomas Brasch. Also nicht, dass ich den schlecht finden würde, ich kannte ihn bis vor Kurzem überhaupt nicht. Wären da also nicht noch die eine oder andere ziemlich ansprechende Rezension über Woanders in den Medien meines Vertrauens erschienen, ich hätte dem neuen Album von Masha Qrella wohl null Chancen gegeben. Nun, mittlerweile ist mir Thomas Brasch ein Begriff. Seine gesammelten Werke stehen mittlerweile in meiner kleinen aber feinen Bibliothek genauso wie dieses wunderbare Werk von Masha Qrella, ihrem ersten deutschsprachigen überhaupt. Die Texte, manchmal auch nur Fragmente, passen hervorragend zur den meist geisterhaft-träumerischen Klängen. Es gibt aber zwischendurch auch die Songs, etwa Maschinen, vorgetragen im Duett mit dem Ja PanikSpechtl , die auf pumpenden Housebeats basieren und bestens in die dunkle Clubnacht passen würden. Der Grundtenor bleibt jedoch ruhig und melancholisch, wie das im Duett mit Thomas Brasch’s Schwester Marion vorgetragene Märchen. Woanders ist für mich die bisherige Überraschung 2021 schlechthin und die 17 Songs bei 68 Spielminuten sind keine Sekunde langweilig oder unnötig. Anders gesagt, all Killer no Filler oder nochmals anders ausgedrückt: absolutetste Kaufempfehlung.

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