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Arcade Fire – Mind Games (2017; Live @ Lollapalooza)

Wir waren uns letzthin beim Essen mal wieder einig. Das bisherige Musikjahr ist einfach nur sackschwach. Nur wenige Platten wurden Wochen nach Veröffentlichung nochmals hervorgeholt und für anständig bis gut befunden. Aber wer weiss, vielleicht gibts ja noch einen hochkarätigen Endspurt. Extrem enttäuscht haben mich unter anderem Arcade Fire. Win Butler ist ja schon seit längerem einer der grössten Vollpfosten auf dem Planeten, doch vermochte er mich bis und mit der ersten Single des neuen Albums mit seiner Musik einigermassen versöhnlich zu stimmen. Mit dem letztjährigen Tod David Bowies verabschiedeten sich vom Arcade Fire Frontmann wohl nicht nur sein Mentor und bekanntester Fan, sondern auch seine kreativen Qualitäten als Songschreiber. Arcade Fire klingen auf Everything Now nämlich wie eine schlechte Kopie ihrer selbst. Uninspiriert drehen die Songs brave Runden im Popniemandsland und erinnern irgendwie an einen ausgekauten Hubba Bubba-Kaugummi. Everything Now muss also definitiv nicht sein. Trotzdem schön zusehen, was man 2017 an einem Arcade Fire Konzert nebst vielem Altbewährtem zu hören bekommt. Das Cover von Mind Games, puuuuurer Wahnsinn! Der Song ist ja mitunter einer der besten John Lennon Songs überhaupt und jagt mir auch heute noch bei jedem Hören einen kalten Schauer über den Rücken. Diese Version der Win Butler Band ist unbestritten riesig und überrascht am Ende noch mit ein paar netten Kleinigkeiten. Hört aber selber.

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#Zürich Open Air 2015, Tag 3

Tag 3 des ZOA in ein paar Worten.

Blaudzun

Weder Fleisch noch Vogel. Auf der Bühne Stand ein Möchtegern Win Butler mit Skrillex Frisur und Brille. Keine guten Referenzen also. Musik als Einstieg und zum ersten Bier ganz nett. Klang dann auch irgendwie nach einer etwas folkigeren Win Butler Band. Was das auch immer zu bedeuten hat. 5/10

Aurora

Musik für verschupfte Gymnasiastinnen. Davon gibts ja bekanntlich schon genug und vermutlich auch in besser. Bin aber nicht so der Fachmann in dem Bereich. 4/10

Milky Chance

Auch wieder so eine Band die immer und immer wieder diesen einen Song spielt. Damals auf dem Schulhof wären die wohl pausenlos verprügelt worden.  2/10

Balthazar

Positive Überraschung des Abends. Die Band mit dem doofen Namen (klingt ja auch eher nach Progrock oder Flötenmetal) spielt ja mittlerweile alle 2-3 Monate in irgendeiner Kaschemme in Zürich. Eigentlich kein gutes Zeichen. Was ich gehört habe, gefiel mir sehr. Letzter Song gar bislang bester Song des Festivals.  8/10

Foto 1-2

Seed

Punjabi MC trifft auf Karnevalsblaskapelle. Das Grauen hat nun einen weiteren Namen. 1/10

Interpol

Hatten es zu Beginn scheinbar ziemlich eilig. Fast schon Punk Rock war das. Die Klassiker waren spitze, aber man merkt halt, dass die Band seit 10 Jahren keinen guten Song mehr geschrieben hat. Trotzdem eine stimmige Stunde zu perfektem Klang (meine Worte in Gottes Ohr). Die Richie Sambora Perücke des Bassisten ist jetzt schon das Accessoire des Jahres.  8.5/10

Foto 2

Fat Boy Slim

Ich kann Fat Boy Slim nicht ausstehen und eigentlich ist das ja übelste Bauerndisco was der so in die Arenen dieser Welt zusammenmixt. Machte aber (Alkohol sei Dank?) irgendwie sehr Spass. Auch Dank den tollen Visuals. Zusatzpunkt für den Born Slippy Right Here Right Now Mix am Ende. 7/10

Foto 3

Miss Kittin

Fing sehr minimal an und mit bald 40 Jahren in den Beinen habe ich definitiv keine Geduld mehr, jedesmal 10 Minuten bis zur nächsten kurzeingespielten Melodie zu warten. Steigerte sich aber bis zum Ende noch merklich. Der Love Will Tear Us Apart-Indiespacko-Anbiederungsversuch zum Schluss hätte aber nicht sein müssen.  5/10

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Arcade Fire – We Exist (2013; Reflektor)

Win Butler, Frontmann der Band Arcade Fire, mag ja gemäss diversen Berichten nicht gerade der netteste und angenehmste Zeitgenosse zu sein. Doch eins muss man ihm und seiner Band lassen, Songs schreiben und noch bessere Liveauftritte hinlegen, das können sie. Nebest einem weniger eingebildeten Frontmann wünschte man sich am Primavera Sound 2014 eigentlich nur noch ein Publikum, dass nicht andauernd in den falschesten aller falschen Töne mitgrölt. Vermutlich wird sich Win Butler in den nächsten Wochen noch dazu äussern.

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