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Converge – I Can Tell You About Pain/Eve (2017)

ARTE zeigte gestern Abend eine Art Doku über den Judas Priest Auftritt am Wacken 2015. Nebst diversen Livemitschnitten, liess man auch den einen oder anderen Fan und Musiker vor der Kamera rumblödeln. Das war dann doch um einiges unterhaltsamer als die m.E etwas lieblos runtergespielten, unnötig in die Länge gezogenen Songs der britischen Metallegenden. Noch viel peinlicher jedoch das Bühneoutfit der Herren, die sicherlich schon weit über die 60 Jahre alt sind. Logisch erwarte ich an einem Metalkonzert keine Musiker in beigen Gabardinehosen und dazu passenden hellbraunen Übergangsjacken, doch am Bein ausgestellte Lederhosen, ja generell labbrig sitzende und schlecht geschnittene Lederklamotten sind halt schon nicht so der Brüller, auch wenn genau dieses Outfit vor irgendwie 40 Jahren mal das Markenzeichen der noch jungen Judas Priest und dann anschliessend diverser Heavy-Metaller-Generationen wurde. Unappetitlich übrigens auch die struppigen Schamhaare die an Rob Halfords Kinn kleben. Geschmäcker sind nun mal verschieden, doch über die musikalische Relevanz von Judas Priest muss man definitiv nicht diskutieren.
Apropos Relevanz. In Sachen Brutalität, Schmerz, Leiden, Einsamkeit und Verlust gebündelt und in musikalische Form umgesetzt, gehören die Amerikaner Converge mit Bestimmtheit zur  Speerspitze, was in den letzten gut 20 Jahren auf den Markt kam. Nun gibts es nach etwas längerer Zeit mal wieder neues Hörmaterial der Band. Einerseits, die mit einem wunderbaren Videoclip untermalte Panikattacke namens I Can Tell You About Pain sowie auf der B-Seite das ziemlich Schizophrene, über 7-minütige Eve. Zwei absolut grossartige Songs, die mehr als nur Lust auf ein neues (?) Album machen.

 

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The Dandy Warhols – Hells Bells (2000; Seven Tales for Urban Australia)

Auf der Bühne eine Schuluniform tragen, in Chuck Berry-Manier den Duckwalk machen und/oder im Liegen Gitarre spielen. Das sind wohl, nebst ein paar Jahrhundert-Gitarren-Riffs, die Attribute schlechthin, welche man mit dem Namen Angus Young verbindet. Grossartiger Musiker, unbestritten. Ich selbst war in jungen Jahren begeisterter Stark- und Schwachstrom Hörer und konnte dementsprechend jedes Riff rückwärts auf der Blockflöte furzen. Die Zeiten ändern sich. Gleich geblieben ist jedoch noch immer der Kultstatus rund um AC/DC. Die nämlich werden auch im Jahre 2012 noch von einer geschätzten Milliarde Menschen verehrt. So sehr, dass man gleich selbst eine Band gründet, sie Big Gunz nennt, Schuluniform und Schiebermütze inkl. Toupet trägt und zu treu nachgespielten AC/DC Songs den Affen auf der Bühne macht. So geschehen am letzten Wochenende am Schlossfest des deutschen Städtchens Aulendorf (siehe dazu auch Post von gestern). Angeschaut und angehört habe ich mir zwar nur den Soundcheck, was aber in Anbetracht des da Gebotenen und den zusätzlichen, ziemlich munteren „Wacken“ Zwischenrufe ein paar Halbstarker im Publikum mehr als gereicht hat. Dementsprechend wurde der restliche Abend mit dem Verzehr schwäbischer Spezialitäten wie Schupfnudeln mit Kraut (mmmh) verbracht und das synchrone Schunkeln zu Let There Be Rock etc. der Dorfjugend überlassen.

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