Tag Archives: Schweden

The Cardigans – Communication (2003; Long Gone Before Daylight)

Mangels mich interessierender Neuheiten wird weiterhin in der Vergangenheit geschwelgt. Aber hey,  war schon ziemlich gut, diese Cardigans-Scheibe da. Ich mag mich noch gut erinnern, wie die Platte damals stundenlang aus dem damals schon antiken Autoradio schepperte und die eine oder andere kultige Fahrt musikalisch untermalte. Das Autofahren ist bei mir seit gut 15 Jahren aber nicht mehr en vogue, im Gegensatz zu Long Gone Before The Daylight, das noch immer regelmässig im CD-Schacht landet.

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Suss – Wichita (2018; Ghost Box)

Nach 11 wöchiger Wartezeit ist er endlich aus Dänemark angekommen. Johan der Name. Mit 82 cm Höhe und 204 cm Breite ist Johan nur minimal kleiner als sein Vorgänger aus Schweden, dessen Namen, obwohl während 11 Jahren und 3 Wohnungswechsel treuer Begleiter, ich leider schon vor langer Zeit vergessen habe. Der erste Eindruck aus dem Showroom am anderen Ende der Stadt hat damals nicht getäuscht. Sieht wirklich super aus und sehr wichtig, er ist auch ultrabequem.  Die Vorfreude auf die vielen kommenden Stunden – Regen und Kälte sei dank – beim Fernsehschauen und Muskihören ist somit riesig. Persönlich eingeweiht wurde Johan, nachdem die Kinder zu Bett gebracht wurden, bei einem kühlen Blonden und dem langsamen Ambient-Country von Suss. Kam richtig gut, der ultrasphärische Sound der New Yorker und man wähnte sich beim Hören der Musik doch einen Moment lang irgendwo draussen einsam in der weiten Prärie des wilden Westens und nicht bei Johan.  Ghost Box soll hiermit dann auch herzlichst empfohlen sein, sofern man der gepflegten, sehr ruhigen und manchmal etwas montonen Schwermütigkeit nicht abgeneigt ist.

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Kamasi Washington – Street Fighter Mas (2018; Heaven and Earth)

In gut 24 Stunden ist es soweit. Die Schweiz wird gegen Schweden das Achtelfinale der diesjährigen Fussballweltmeisterschaft bestreiten. Für die goldene Generation wohl vorläufig die letzte Chance, endlich mal was Grosses zu erreichen. Und mit Schweden hat man einen Gegener, den man auf  gleicher Augenhöhe begegnen kann. Bis zum Spiel morgen um 16 Uhr sind noch diverse Fragen offen. Zum Beispiel, wie man die Gelb-Sperren in der Abwehr kompensieren will. Hauptproblem: Die Innenverteidigung. Zur Auswahl steht Djourou ein Routinier, ja ein alter Hase im Business. Leider nicht immer ganz sattelfest und in den letzten Jahren für den einen oder anderen Herzpatienten in den Schweizer Spitälern verantwortlich. Ihm gegenüber der junge Elvedi. Talentiert, aber auf internationaler Ebene wohl zu wenig Erfahrung. Böse Menschen meinen ja, dass man gleich einen Kartoffelsack aufs Feld stellen kann. Dann natürlich die Frage, wer die Tore schiessen soll. Seit geschätzten 10 Jahren und der Ära Alex Frei, hat die Schweiz keinen Knipser mehr in ihren Reihen. Der lang gesetzte Mann aus Sursee, Haris Seferovic, stellte an dieser WM einen neuen Minusrekord in Sachen Ballkontakte auf. Im Normallfall ein absoluter Kämpfer vor dem Herrn, aber die Nation will nun doch endlich Tore sehen.  Sein Ersatzmann Gavranovic , Torschützenkönig in der sicherlich (Ironiemodus an) ziemlich hochstehenden (Ironiemodus aus) kroatischen Liga, nicht wirklich viel besser. Immerhin legte er den Ball für Shaq zum goldenen 2-1 gegen die Serben auf.  Einzig konnte der gute Josip Drmic mit einem Lattenknaller und einem Tor in 20 Minuten Spielzeit überzeugen. Der war jedoch vor der WM fast ein Jahr verletzt, ja kurz vor dem Karriereende, und ich weiss nicht, ob der 60 oder mehr Minuten durchhalten mag. Sowieso, will man sich seine Frisur 90+Minuten antun?  Zuguterletzt natürlich die Diskussion um die 10-er Position. Die halbe Welt versteht nicht, warum “Superstar” XS in der Nati auf der Seite und nicht auf seiner bevorzugten Position spielt.

Fragen über Fragen. In 24 Stunden weiss man dann bestimmt mehr. Bislang hat Don Vlad ja immer ein goldenes Händchen mit seinen Entscheidungen gehabt, warum also auch nicht gegen die vermutlich halt doch ziemlich mediokren Schweden, die ja gegen die derzeit ziemlich unterirdische deutsche Nationalmannschaft verloren hat? Eben!

#wirwerdenWeltmeister

Und weil es noch gut 24 Stunden bis zum vorläufigen Schweizer Highlight dieser WM dauert, könnte man sich noch das eine oder andere Male die superbe neue Scheibe vom Saxophonisten Kamasi Washington zu Gemüte führen.  Ein ziemlich episches Ding! Über zwei Stunden gniedelt und quäkt Heaven & Earth lüsternen Jazz. Jazz, aufgepeppt mt  afro­kubanischen Grooves, HipHop-­Beats, Fusion-Keyboards und ollem Funk-Gegurgel. Dazu Soul und 50köpfige Chöre. Wenn das mal nicht grössenwahnsinnig ist! Leider ziemlich geil und somit absoluter Hörtipp!

 

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Jens Lekman – What’s That Perfume That You Wear? (2017; Life Will See You Now)

Mit dem kommenden Jens Lekman-Release im Februar hat Schweden mit Bestimmtheit wieder einen Anwärter auf einen der Top-Plätze im Call Me Appetite-Jahresranking. What’s That Perfume That You Wear, der erste Appetizer, obwohl musikalisch eher locker flocker und sommerlich, gefällt schon mal sehr. Man darf gespannt sein.

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#2016 – The Year In My Ear – Platz 1

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The Radio Dept. – Running Out Of Love

Hits, Hits, Hits. Verhuschte Melancholie,  ansprechende, in diesem Falle politische Lyrics und entstaubte Tanzmusik. Also alles Zutaten, aus denen Alben des Jahres gemacht sind. So zumindest meines, Ausgabe Zweitausendundsechzehn. Ganzjahresgenuss garantiert und trotz aller Süffigkeit  nie langweilig – das Ding geht definitiv runter wie die eisgekühlten Negronis in den überhitzten Bars letzten Sommer in den Mailänder Navigli.  Und sowieso, auch 2017 gilt mehr denn je: We need this anti-fascist groove thang!

 

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The Radio Dept – This Thing Was Bound To Happen (2016; Running Out Of Love)

Nach zweiwöchiger Absenz hab ich mich heute morgen pünktlich um 08.30 Uhr zum Dienst nach Vorschrift zurück gemeldet. Geistig soweit gut erholt, körperlich jedoch ziemlich ruiniert. Und das nach dem Jahresurlaub! Ja, liebe Schweiz, ja lieber Arbeitgeber, dank eurer unglaublichen Grosszügigkeit was den Vaterschaftsurlaub angeht, werde ich wohl die nächsten Wochen ziemlich zerstreut und verschlafen am Arbeitsplatz rumlümmeln und in etwa so produktiv sein, wie Bud Spencer während seinem Pizzakoma. Mir aber egal. Immerhin hab ich es heute dann doch noch geschafft, endlich in die neue und wie immer ziemlich schöne Radio Dept. -Scheibe reinzuhören. Gewohnt träumerisch und doch irgendwie tanzbarer als auch schon. Und die Bassläufe…. herrlich.

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Ramones – I Wanna Be Sedated (1978; Road to Ruin)

Zeittotschlagen in der Mittagspause, eine mühsame Angelgenheit. Und jeden Tag 1.5 Stunden mit Essen verbringen, ist auch keine gute Idee. Somit gestern über Mittag ein wenig an der Zürcher Bahnhofstrasse unterwegs gewesen. Im einen der zahlreichen Geschäfte gar ein schönes klassisches, meinem Alter entsprechendes Hemd gesehen. Die übliche grösse, sogar Regular Fit anstatt dem üblichen Slim Fit, eingepackt und festgestellt, das passt ja gar nicht. Mmmh, ok, vielleicht hat das Kind in Bangladesch sich mit den Massen vertan. Noch ein weiteres geholt und frei nach dem Motto, wenn schon, denn schon auch gleich noch eine Hose dazugepackt. Die Mühe mit dem Anprobieren und Umziehen soll sich lohnen. Hemd wiederum nicht gepasst und auch die Hose nur mit Ach und Krach zubekommen. Komisch. Hab ich doch genau das gleiche Paar aus der letztjährigen Kollektion in anderen Farben zu Hause und die passten mir eigentlich immer gut. Hab in den letzten Monaten vermutlich doch ein paar Negroni und Weizenbiere zuviel konsumiert. Sofort Bauch eingezogen und ohne Mittagessen schnurrstracks retour ins Büro. Am Abend, immer noch mit eingezogenem Bauch, auf dem schnellmöglichen Weg nach Hause gehechtet,  als erstes den Kleiderschrank aufgerissen und die Hosen mit der urspünglichen Grössen anprobiert und erleichtert festgestellt, dass bei den Schweden wohl ein Fehler in der Matrix vorliegen muss.

Es geht auch anders.  Vier Jungs aus Queens haben Ende der 70-er  rudimentäre und schnellgespielte, meist auf drei reduzierte,  Akkorde sowie ein paar dazugepackte Uuuuh’s und Ooooh’s zu ihrem Trakdemark gemacht. Wo Ramones draufstand,  war garantiert immer 100% Ramones drin. Sicherer ist nur noch das Amen in der Kirche und so gibts heute den Klassiker zum Freitag direkt eingeflogen vom Rockaway Beach. Da wo die Surfer sich vermutlich langsam aber sicher auf einen stürmischen Herbst mit ordentlichem Wellengang vorbereiten.

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The Tallest Man On Earth – Time Of The Blue (2016)

Langsam und gemächlich ist der Vorsatz der Woche. Deshalb ja auch die vor Kurzem neugegründete Kategorie Musik für Rentner, die in hellbraunen Übergangsjacken und beigen Gabardinehosen in Kurorten spazierengehen. Ob Rentner Tallest Man On Earth hören? Ich weiss es nicht. Die neue Single des Schweden ist jedoch ziemlich spitze und würde sich beim Bingospielen und Eierlikörtrinken in der Cafeteria des örtlichen Alterszentrums als Hintergrundbeschallung sicherlich ziemlich gut machen.

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Anohni – Drone Bomb Me (2016; Hopelessness)

 

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Gestern Abend wurde ja bekanntlich das zweite Halbfinale des ESC ausgestrahl. Wiederum am mitfiebern und -leiden vor der heimischen Glotze; Call Me Appetite. Mögliche Ausrede: Man will ja anderntags im Büro bei den Kollegen mit Insiderkenntnissen punkten. Und sowieso, hatte ich doch am Nachmittag schon mehr als genug von den sintflutartigen Regenfällen abbekommen. Somit also mit Wolldecke und baskischem Likör bewaffnet das Treiben des musikalischen Wanderzirkuses beobachtet.  Auch die Schweiz war, wie die vielen Jahre zuvor, wieder voller Hoffnungen mit von der Partie und scheiterte einmal mehr ziemlich grandios am Ostblock und somit war ein weiteres Halbfinalout bittere Tatsache. Wobei ja der Song, wie auch die ziemlich lächerlichen “ich muss mal Pipi”-Kniebeugen biederstes Rentner-Programm waren. Das Ausscheiden somit für einmal absolut gerechtfertigt. In der Kategorie “Trash” bleibt sicherlich der mit dem Wolf heulende, nackte Weissrusse noch eine Weile in Erinnerung. Musikalisch war aber auch das ein Gräuel. Wie schon im ersten Halbfinale, quälte dann später nochmals eines dieser penetranten Stimmwunder das menschliche Gehör. Glaubt mir, wenn man einer trächtigen Dackeldame auf den Schwanz steht, klingt das harmonischer. Ob meine Stereoboxen wohl das Attentat – das Schlussbouquet war heftig – des mazedonischen Beitrages überlebt haben? Sehr schön dafür die Ballade aus Israel. Guter Refrain und irgendwie erinnerte mich Hovi Star an Antony Hegarty (Antony and the Johnsons, Anohni). Zumindest was das Optische betrifft. Musikalisch ist das doch eine etwas andere Baustelle. Apropos andere Baustelle, Antony hat sich auf Hoplessness weit vom Kammerpop mit den Johnsons entfernt und schlägt unter seinem/ihrem neuen Pseudonym Anohni mit gütiger Mithilfe von den Elektro-Produzenten Hudson Mohawke und Oneohtorix Point Never düsterere, elektronischere und vor allem politischere Klänge an. Sozusagen Protestmusik für die Generation Instagram. Ob das auch irgendwann, wie damals bei Hercules & Love Affair auf dem Dancefloor funktioniert, wird uns die Zukunft dann noch zeigen. Jedenfalls bereitet Hoplessness via Kopfhörer und den hoffentlich noch einwandfrei funktionierenden Stereoboxen ziemlichen Spass. Eines ist jedoch schon sicher: Ende Jahr wird sich Anohni mit grosser Bestimmtheit in den vorderen Rängen der jährlichen Endjahresabrechnung einordnen. Hörtipp.

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