Tag Archives: Primavera Sound

#Rückblick Primavera Sound 2012 – Tag 2

Spanien ist ja derzeit von der Finanzkriese arg gebeutelt. Wenn man aber die Taxifahrer von Barcelona zur Veranschaulichung der Krise nimmt, muss man sich darüber nicht wirklich wundern, denn Business machen scheint nicht ihre Stärke zu sein. Die Fahrer jedenfalls können es sich noch immer leisten, den zahlungskräftigen Touristen am Strassenrand stehen zu lassen und stundenlang mit leerem Taxi rumzufahren, resp. schon gar nicht in der Nähe des Festivals mit zigtausenden potenziellen Kunden aufzutauchen. Extrabusse und Metro fuhren zumindest Freitagnacht nicht, und so verbrachten wir frühmorgens noch eine gute ¾ Stunde am Strassenrand. Ich hätte es verstanden wenn wir Alkoholleichen, die dem unschuldigen Katalanen das Taxi vollgekotzt hätten, gewesen wären. Dem war aber nicht so. Irgendwann hatte dann trotzdem noch einer das Gefühl ein paar Euronen verdienen zu müssen und nahm uns auf eine sehr abenteuerliche Fahrt mit halsbrecherischen Spurwechseln und zweimaligem Missachten der roten Ampel an der Kreuzung mit. Die Arroganz des Spaniers siegte am Ende trotzdem. Unser Fahrer kickte uns gut 20 Minuten Fussweg vom Hotel entfernt aus dem Taxi. Begründung: Es sei zu umständlich weiterzufahren. Aha! Sonst aber ein guter Tag.

Freitag:

Girls 7/10
Gute Show, alle Hits und das Augenmerk auf dem aktuellen Longplayer. Sympathisch, dass die Band 3 Gospelsängerinnen mit dabei hatte.

Trash Talk 8.5/10
Auf dem Weg zu Mayhem bei denen hängengeblieben. Nie davor was davon gehört, hat aber voll überzeugt. Ultraaggressiv und extrem wilder Hard/- Grindcore. Da ging ordentlich was ab auf der Bühne und der Sänger stürzte sich mehr als einmal kopfüber in dem Mosphit. Toll.

The Cure 8/10
Fat Rob und Mannschaft spielten knapp über drei Stunden alle Hits und mehr. Ich hab mir das gute 2 Stunden angeschaut, habs gemocht, doch irgendwann wurden mir die Songs zu lange (Wish Ära) sowie die Beine zu müde und ich wollte mir ja noch was anderes anschauen. Schade habe ich Boys Don’t Cry und Lovecats verpasst, aber war schon ganz toll, was die alten Herren boten.

M83 3/10
im Gegensatz zu anderen fand ich das sehr belanglos und langweilig. Aber immerhin hat der Mastermind hinter M83 verstanden, die stolzen und patriotischen Katalanen mit „Barceloooona“ Rufen auf seine Seite zu ziehen. Hätte mich lieber mit Musik überzeugt.

The Rapture 8.5/10
Wurden ihrem Ruf als tolle Liveband mehr als nur gerecht. Die müden Beine wurden sofort wieder munter. Spielten alle Hits, inkl. wilden Saxophon-Solos und bei House of Jealous Lovers flippte die Menge so richtig aus. Ein Highlight!

Mayhem
Klang solide inkl. satanischer Kriegsbemalung und Kerzenlicht. Gingen dann aber wieder zu Trash Talk retour, weil halt doch viel wilder….

Benga
Klang ansprechend, waren aber so ausgepumpt vom Rapture Konzert, dass wir nach ca. 15 Minuten beschlossen, uns auf den Heimweg zu machen. War ja auch schon 4 Uhr am Morgen und wir sind ja auch nicht mehr die Jüngsten.

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#Rückblick Primavera Sound 2012 – Tag 1


So! Zurück und wieder einigermassen erholt vom wie immer bombastischen Primavera Sound Festival Ausgabe 2012 in Barcelona; viel zu wenig Schlaf  und massivste Beanspruchung der Leber inklusive. Im Vergleich zu meinem letzten Besuch vor zwei Jahren wurde das Gelände nochmals vergrössert und um ein paar Bühnen erweitert, was aber der zuschauertechnischen, wie auch sonstigen, bisher friedlichen Atmosphäre nicht geschadet hat. Sehr positiv auch, dass das doofe Bon-System endlich abgeschafft wurde und man die Getränke und die Verpflegung cash begleichen konnte. Wobei der Katalane mit der Herausgabe des Rückgeldes dann doch ziemlich überfordert war, besonders im Dunkeln. Und so musste der Konsument halt noch länger in der Schlange als sonst schon ausharren und kaufte sich dann aus Frust auch gleich die doppelte Menge Bier. Die Folgen davon waren dann dementsprechend verheerend, finanziell wie gesundheitlich. Bei so viel guter Musik dann aber schlussendlich doch egal. Was bleibt sind viele Erinnerungen an eine gute Zeit, an die vielen tollen Bands und Acts sowie an die Pillenspanier, die mir im Viertelstundentakt MDMA und Kokain verkaufen wollten.

Folgend eine kurze Zusammenstellung der Bands und Acts des ersten von drei Tagen, welche ich mir angeschaut habe. Kriterium für eine Bewertung: Mindestens die Hälfte der Show musste gesehen werden.  Die weiteren Tage folgen.

Donnerstag

Afghan Whigs 8.5/10
Greg Dulli in Bestform. Bis auf Debonair mit allen Hits inkl. dem übertollen Milez iz Dead, welches auch gleich Song des Tages wurde und mich zu einem Run den “Hügel” runter in die Massen bewegte. Helden meiner Jugend. Tipp Top.

Franz Ferdinand 5/10
Die Hits haben gezündet, der Rest weniger.

John Talabot 7/10
Live besser als vermutet. War aber 3.30 Uhr morgens schon etwas zu müde um mich noch anständig zur Musik bewegen zu können und vielleicht deswegen scheiterte auch eine höhere Bewertung.

Mazzy Star 1/10
Keine Band für grosse Open-Air Bühnen. Lowlight Tag 1.

Refused 8/10
Die Schweden haben ihr Handwerk auch nach gut 15 Jahren Bühnenabwesenheit noch ziemlich im Griff und sind für Enddreissiger (?) doch noch ziemlich rüstig und fit. Allen voran der Sänger Dennis Lyxzén, der bis zuletzt wild rumturnte. Und ja, die Welt ist natürlich noch böser geworden…..

Wilco 5/10
Mir ein wenig zu „lame“ an dem Abend. Aber sonst mag ich die ja sehr gerne.

Wolves In The Throne Room 3/10
Klingt auf CD doch einiges ordentlicher und facettenreicher. Im Gitarren/Schlagzeug/Gesang Live-Outfit jedoch sehr eintönig.

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#Wettbewerb

Bevor ich mich nun endgültig für ein paar Tage in den wohlverdienten Urlaub verdrücke, gibt’s hier eine Premiere und zwar in Form eines Wettbewerbs. Zu gewinnen gibt’s die brandaktuelle, wirklich hörenswerte CD von Jack White. Genau ein Exemplar liegt bereit für die Person, die mir sagen kann, welcher Act mein Primavera Highlight 2010 war. Mail bis Sonntag, 03.06.2012 – 18 Uhr (Gewinner wurde informiert) an callmeappetite@gmx.ch.  Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Unter allen korrekten Einsendungen wird  missmodernage dann das Los ziehen. Viel Glück.

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Saint Etienne – Last Days of Disco (2012; Words and Music by Saint Etienne)

Words and Music by Saint Etienne ist das erste Album der Band seit 7 Jahren und dementsprechend gross war die Vorfreude und die damit verbundene Erwartung an eine meiner All-Time-Favorite-Band, welche auf WANBSE weiterhin irgendwo im Bermuda-Dreieck zwischen elektronischer Tanzmusik und sentimentalem Pop der 60er-Jahre musiziert. Und ja, alles wurde gut und noch besser gemacht. Hier reiht sich Hit an Hit. Sommer-Sonne-Sonnenschein wo man hinhört. Und somit steigt nun auch täglich der Vorfreudepegel anlässlich meines Besuches des Primavera Sound Festivals nächste Woche in Barcelona. Saint Etienne werden da unter geschätzten 1‘000 anderen Bands auch spielen und haben dann hoffentlich auch den einen oder anderen Klassiker mit im Gepäck dabei haben. Mehr darüber dann demnächst auf diesem Kanal.

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Big Star – Holocaust (1978; Third)

Entgegen meinem Vorhaben, auch dieses Jahr dem Musikfestival Primavera Sound fernzubleiben, habe ich mir heute Morgen den Trip ins dann hoffentlich wiederum sehr sonnige Barcelona trotzdem gegönnt. Die Verlockung der gestern bestätigten, ziemlich grossartigen Acts war einfach zu gross. Und dann gab es ja noch diese Meldung hier:  A new supergroup will also perform in tribute to power pop icons Big Star, performing the band’s 1978 album Third. The group includes Jody Stephens (Big Star), Mike Mills (R.E.M.), Chris Stamey (the dB’s), Ken Stringfellow (Posies), R.E.M. producer Mitch Easter (Let’s Active), and Brett Harris. The performance will also include appearances by the singers Norman Blake (Teenage Fanclub), Ira Kaplan (Yo La Tengo), Alexis Taylor (Hot Chip), and more. Pure Vernunft darf niemals siegen. Ja.

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Pet Shop Boys – Go West (1993; Very)

Was für eine Bühnenshow, was für eine Performance.  Ja, das war schlichtweg phänomenal, was die Los Ketchup Boys am Samstag am Primavera Festival in Barcelona geboten haben. Ein Hit reihte sich an den anderen und sogar das unsägliche Go West bereitete für einmal Freude. Kein Wunder, der Song wurde auch von ca. 20‘000 Katalanen munter mitgesungen. Ja, so dürfen Konzerte immer sein. Schön war‘s und das Highlight 2010.

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