Tag Archives: PJ Harvey

PJ Harvey – The Community of Hope (2016; The Hope Six Demolition Project)

Seit dem letzten Release von Polly Jean Harvey sind ja auch schon wieder fünf lange Jahre vergangen. Fünf lange Jahre, in denen u.a. die Geheimratsecken bei der Austragung harter Kämpfe gegen diverse Haarwässerchen weiteren, einst fruchtbaren Boden gutgemacht haben und einem Besuch bei Silvio Berlusconi‘s Haarprachtmonteur somit bald nichts mehr im Wege steht. Polly Jean Harvey hingegen kann dem Älterwerden weiterhin mit einem Lächeln begegnen . Sieht sie auch mit Mitte 40 noch bezaubernd wie eh und je aus. Immerhin bleibt die Vorfreude, bekanntermassen ja die schönste aller Freuden, auch im Alter erhalten. Entsprechend war diejenige auf The Hope Six Demolition Project nach alle den Jahren nicht nur bei mir riesig, konnte man in den letzten Tagen, Wochen, ja Monaten fleissig und immer wieder über das Albumprojekt und dessen Projektfortschritt lesen. Berichte resp. mittlerweile ja Rezensionen, bei welchen seit dem Release auch wieder inflationsartig – für Musik von PJ Harvey ja gar nicht so untypisch – das Wort Meisterwerk verwendet wurde. Nun gut (man ahnt es nun), als seit über 20 Jahren glühender Verehrer der Musik von Polly Jean freute auch ich mich sehr auf diese Platte und ja, sie ist wiederum gut geworden. Sehr gut sogar und immer noch besser als vieles auf dieser Welt, aber ein Meisterwerk? Ich weiss nicht so recht.  Der Opener The Community of Hope, auch gleich mein Favorit, ist definitiv wieder grosses Kino, aber danach ist es dann doch eher eine qualitative Achterbahnfahrt mit teils nervenden Freejazz-Einlagen und noch mehr nervenden Männerchören und so klingt The Hope Six Demolition Project für mich doch allzu oft nach, mit ein paar Jahren Verzug, überarbeitete B-Seiten ihres letzten Erfolgsalbums Let England Shake. Sehr gute B-Seiten zweifelsfrei, aber irgendwie hab ich nach dem Getue im Vorfeld doch ein kleines bisschen mehr erwartet.

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Torres – Strange Hellos (2015; Sprinter)

Wer Sensucht nach den frühwerken von PJ Harvey hat, sollte unbedingt mal in den aktuellen Output von Mackenzie Scott alias Torres reinhören. Hier wird Musik in einem Dynamikbereich präsentiert, der das Ganze Specktrum des berühmten Leise/Laut-Spiels, sprich vom melancholischem Knistern bis hin zur verzweifelten Emotions-Explosion, schonungslos abdeckt. Meisterproduzent Steve Albini würde beim Zuhören vor Neid erblassen. Und sowieso, jetzt wo der Sommer sich langsam aber sicher verabschiedet kommt die passende Zeit für Platten wie Sprinter. Eine Platte, die nebst dem Herbstpullover wohl eines der Musthaves der nächsten Wochen und Monate sein wird. Torres spielt übrigens diesen Samstag in der Roten Fabrik in Zürich. Hingehen ist schon fast Pflicht.

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Jenny Hval – I Called (2013; Innocence Is Kinky)


Schon mal in die leidenschaftliche Welt der Jenny Hval eingetaucht. Nein? Dann soll das doch unbedingt nachgeholt werden, denn hier treffen die unendlichen Weiten der norwegischen Fjorde auf Grossstadtprovokationen, niedliche Elfen auf kratzige Hexen sowie süffige Popmusik auf fragilen Noise und elektronischen Firlefanz. Das Gesamtpaket erinnert dann auch angenehm an so Grössen wie PJ Harvey, Stina Nordenstam oder Laurie Anderson. Eine sehr schöne Platte, die bei Regenwetter irgendwie noch mehr Spass macht als sonst schon. Deshalb husch husch los, denn der Sommer kommt bald wieder aus dem Urlaub zurück.

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PJ Harvey – Let England Shake, Last Living Rose, The Words That Maketh Murder (2011; Let England Shake)

PJ Harvey hat für Ihr tolles neues Album (wer hätte damit noch gerechnet?!)  den Kriegsfotografen Seamus Murphy angestellt um für jeden Song des Albums ein Video anzufertigen. Drei gibt’s schon zu bestaunen. Deshalb heute auch gleich drei Songs des Tages.

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