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Max Richter – Path 17 (2015; Sleep)

Max-Richter-SLEEP-Kraftwerk-Berlin.jpgWeihnachten im Juli. Der meinerseits sehr geschätzte Komponist Max Richter wird im Juli seine 8 Stunden Produktion Sleep komplett und ohne Pause in Amsterdam präsentieren. Wie schon letztes Jahr in Berlin, fängt der Spass 1 Minute vor Mitternacht an und wird um 8 Uhr anderntags sein Ende finden. Ein wahrlicher Musikmarathon, der glücklicherweise getreu dem Konzept der Platte liegend oder gar schlafend im Bett genossen werden darf. Das aus dem Internet ausgegrabene Bild vom Berliner Konzert macht Lust auf mehr. Der Zufall wollte es dann auch, dass ich just an diesem Tage auf der Rückreise vom Familienurlaub an der holländischen Nordsee bin und aus logistischen Gründen so oder so in Amsterdam weile. Somit den Urlaub um einen Tag verlängert und mir in der Mitte der ersten Reihe ein Bett gesichert. Nun bleibt nur noch zu hoffen, dass es mir nicht ähnlich wie z.B. damals im Kino beim schwerfälligen Lars von Trier Film Melancholia geht, als ich noch während des Vorspanns den Schlaf der Gerechten aufsuchte und somit das komplette Konzert verschlafen werde. Wobei ich mich auch frage, ob ich da wirklich auch die kompletten 8 Stunden wach ausharren möchte. Und darf man während der Aufführung auch auf die Toilette? Wir werden sehen.

Ich möchte diesen Post auch gleich nochmals nutzen und ordentlich die Werbetrommel für das letzten Monat Wochen erschienene, sensationelle neue Album Three Worlds: Music From Woolf Works von Max Richter zu rühren. So eine tolle Platte und verglichen mit der Sleep Produktion schon wieder fast Popmusik.

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Jóhann Jóhannsson – By the Roes, and by the Hinds of the Field (2016; Orphée)

Manchmal braucht es gar nicht viel. Scheue Pianoklänge, ein paar aus dem Computer gezauberte Geräusche sowie eine ordentliche Ladung herzzerreissende Streicher und schon hat man ein schönes, ja ein richtig wundervolles Lied beisammen. Ein Stück Musik, von der man wünscht, das sie nie aufhören möge. Absolut Wunderbarst. Ganz nebenbei erinnert mich diese doch einfach gestrickte, äussertest einprägsame  Melodie an einen Richard Clayerdman-Song. Ihr wisst schon, dieser sülzige Midlifekrisen-Schwachmat und Hausfrauenpianist mit der blonden Mittelscheitelfrisur, dessen CD’s seit 40 Jahren erfolglos in der TV-Dauerwerbesendung feil geboten werden, und der vermutlich auch 2016 am liebsten und immer noch in einem hellen Anzug schmachtende und schmalzige Pianomusik in BBQ-Lounges spielt. Natürlich hat Jóhann Jóhannsson ausser dieser einen, ziemlich einprägsamen Pianomelodie, die an Richard erinnert, nicht viel gemeinsam mit eben diesem Richard. Somit ein vermutlich ziemlich hinkender Vergleich, der wohl an einer leicht gestörten Wahrnehmung  leidet . Wie auch immer. Zu empfehlen sind übrigens auch die zahlreichen anderen Tracks auf dem neuen, sehr tollen Album Orphée.

 

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