Tag Archives: Covid 19

Tocotronic – Hoffnung (2020)

Let’s face it. 2020 ist wohl gelaufen. Die Kneipe am Eck wird bald wieder schliessen, die Kinder begeben sich erneut ins isolierte Selbststudium und das alljährliche Weihnachtsfest wird Zwanzigzwanig in Millionen kunterbunter Video-Chaträumen zelebriert. Immerhin, ich muss nicht nüchtern bleiben, da nach dem einen externen Festschmaus keine Autofahrt mehr mit mir als Piloten ansteht. Das alles mag vielleicht etwas überspitzt klingen, aber eines ist sicher: Der Winter wird düster. Die Regierung hierzulande, wie auch die Kollegen nördlich, westlich, südlich und östlich von uns sind ja schon jetzt heillos überfordert und schieben sich den schwarzen Peter lieber gegenseitig zu, als zu agieren. Das macht aktuell wahrlich keine Freude. Generell bereitet momentan wenig Freude, mal abgesehen von dem einen oder anderen Schlumi am Abend um den bitteren Nachgeschmack des vergangenen Tages runterzuspülen. AA ahoi! Besser vielleicht neue Hobbies? Jetzt endlich mal auf einen Marathon trainieren? Viel zu anstrengend, auch wenn es im Kampf gegen den Wohlstands- und Coronabauch langsam nötig wäre. Dann lieber gemütliche Alternativen wie neue Musik, Bücher, TV-Serien und natürlich, Geldmaximierung dank zu Hause isoliert rumlungern! Das wird wohl der Stoff aus dem die Hoffnung in den kommenden Tagen, Wochen und Monaten zögerlich keimt. Bon week-end!

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Patti Smith – About A Boy (1996; Gone Again)

Endlich Urlaub. Ist ja auch schon August und um den strengen Weisungen des Brötchengebers zu folgen – sprich 2/3 des Urlaubs soll bis Ende August bezogen sein – ist es, nach abgeschlossenen Projektarbeiten, auch hier soweit. Es gibt zwar wieder zahlreiche Möglichkeiten die Welt zu bereisen, doch das Risiko irgendwo und plötzlich in einen weiteren Shutdown zu geraten, war uns zu gross und so verbringen wir erstmal ein paar Tage in den Bergen, auch weil es da tendenziell nicht so heiss ist. Die treuen Leser unter euch wissen ja, Hitze und Call Me Appetite vertragen sich mit zunehmenden Alter immer weniger. Natürlich ist es im Berner Oberland auch sehr schön und auf dem Balkon des Ferienhaues hat man normalerweise einen wunderbaren Blick auf die heilige Dreifaltigkeit, namentlich Eiger, Mönch & Jungfrau, welche auf der anderen Seite des Teiches beheimatet sind. Normalerweise! Denn seit Ankunft am Sonntagabend präsentiert sich das Bild durchgehend gleich.

Dauerregen und Nebel. Letzteres teilweise so dicht, dass man kaum seine Hand vor den Augen erspäht. Die Wetterpropheten prognostizieren am morgen jedoch Besserung. So wurden die letzten Stunden und Tage endlich mal wieder entspannt mit einem Buch verbracht. Etwas, mit Ausnahme meines wöchentlichen Studiums des deutschen Spiegels, das ich seit Jahren nicht mehr getan habe. Liegt wohl einerseits am neuen E-Reader, den ich mir bei diesem einen, ziemlich unsympathischen Grosshändler, zum Aktionspreis gepostet habe. So ein Teil steht zwar schon zu Hause, gehört aber zu den doch ziemlich antiquierten Versionen und verfügt auch über noch keine integrierte Beleuchtung. Und dann ist da noch die ziemlich tolle Lektüre (Foto aus dem Buchladen, auf dem Kindle sieht das ein wenig anders aus, der Inhalt ist jedoch der gleiche). Year of the Monkey von Patti Smith

Selten wurde von mir ein Buch innerhalb kürzester Zeit wortwörtlich verschlungen. Patti Smith als Dichterin und Autorin beileibe keine Unbekannte. Schon Anfang der 90-er Jahre schwärmte Onkel Jochen von der Band Blumfeld vom schwelgerischen Schreibstil der Punkikone. Ich kann mich da an die zahlreichen Lobeshymnen von hüben und drüben nur anschliessen. Pflichtlektüre. Und weil so schön düster draussen ist, dudelt zu den niedergeschrieben Erinnerungen Patti Smiths, genau, die Musik von Patti Smith. Das schwere und melancholische Gone Again von 1996 passt da grad wunderbar.

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Fiona Apple – Relay (2020; Fetch the Bolt Cutters)

Über Fiona Apple muss wohl nicht mehr viel geschrieben werden. Wer sie trotzdem noch nicht kennt, der oder die linse doch mal kurz in den lesenswerten Bericht aus dem deutschen Spiegel um ein wenig mehr über das Leben der Fiona A. sowie – natürlich – über ihr ziemlich wundervolles neues Album zu erfahren. Alles alter Kuchen, ich weiss, den Fetch the Bolt Cutters ist ja schon seit Monaten draussen – wenn ich mich recht entsinne tauchte das Teil in etwa mit dem Lockdown hierzulande im weltweiten Netz auf und wird wohl gerade deswegen als mein persönlicher Covid 19 Soundtrack in die Annalen eingehen. Und solltet ihr, analog meiner Wenigkeit, mit dem früheren Schaffen von Frau Apfel bislang nicht viel anfangen können, soll man hier trotzdem oder gerade deswegen unbedingt reinhören. Ein Meisterwerk der anspruchsvollen Popmusik!

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Thurston Moore – Alice Moki Jayne (2019; Sprit Counsel)

Es ist mittlerweile schon fast wieder Juli. Halbzeit! Ich sitz mit wenigen Ausnahmen noch immer ziemlich träge im Homeoffice und bearbeitete da stur die Finanz- und Personalplanung diverser Forschungsprojekte. Ein Tag gleicht dem anderen. Aufstehen, Kinder parat machen für den Hort, Kinder hinbringen und wenns dann grad mal nicht in der Wade oder an der Hüfte zwickt, folgt vor der Lohnarbeit noch ein lockerer Run entlang der Limmat. Immer mit dem Ziel, das angebaute Corona Fett irgendwie wieder zu minimieren. Aber wie das 2020 so ist, mit jeder Verlängerung des Homeoffice-Tätigkeit lässt die Motivation dann auch gleich wieder für ein paar Tage nach und die Selbstoptimierung – die ich ja grundsätzlich ziemlich verabscheue – weicht dem Pizza und Alkoholkonsum. Aktuell ist der Plan noch bis Ende August zu Hause zu bleiben. Schaut man sich jedoch die aktuell wieder stetig ansteigenden Covid 19-Fälle an, kann man eigentlich schon bald mit dem nächsten Teillockdown und der damit verbunden Verlängerung des Homeoffices rechnen. Viel Geduld ist also weiterhin gefragt.
Geduld, je nachdem wie Noise-Geschult das Ohr ist, braucht es auch für die etwas experimentelleren Alben des ehemaligen Sonic Youth Mitbegründer, Sänger und Gitarristen Thurston Moore. Meist sind diese Alben ziemlich anstrengend und nur schwer greifbar. Nicht so auf Spirit Counsel. 3 Songs, 3 CD’s. Viel Lärm trifft auf noch mehr Gitarren welche nach minutenlangen Kakophonien plötzlich die Popkeule schwingen, welche sich wiederum Minuten später hinter monotonen Krautspielereien vergräbt. Spirituelle Avantgarde nennt sich das wohl und macht derzeit beim Beschallen des Homeoffices, wie auch abends mit einem Buch in der Hand, ziemlich Freude.

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Bob Mould – American Crisis (2020; Blue Hearts)

Wow, das ich das nochmals erleben darf! Die Hüsker Dü Legende Bob Mould mal so richtig wütend. Kein Wunder bei dem was derzeit in den “Vereinigten” Staaten von Amerika so abgeht. Neus Album dann im September.

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Bonnie Prince Billy – Death To Everyone (2018; Pond Scum)

Der Lockdown wird hierzulande morgen etwas entschärft und die ersten Läden dürfen geöffnet werden. Die Shopaholics und Draussis wird’s freuen. Mir soweit egal, denn ich fand den Lockdown eigentlich gar nicht so schlimm. Im Gegenteil, nebst das man, wenn man dann mal draussen war, kaum einer Menschenseele begegnete,  hatte ich endlich vermehrt Zeit um meiner liebsten Beschäftigung “keine Termine und leicht einen sitzen haben” zu frönen. Dieser doch ziemlich schöne Dauerzustand, ins Leben gerufen von Harald Juhnke,  wird zumindest hier, auch dank verlängertem Homeoffice, noch ein wenig andauern und so werde ich in den kommenden Wochen und Monaten noch das eine oder andere Juwel aus dem CD-Regal ziehen und anschliessend hier im Kabinett präsentieren.

Den Start macht der gute Will Oldham. Ok, den hatten wir erst vor Kurzem, doch der etwas kauzige Songwriter feierte bei mir in den vergangenen Wochen ein heftiges Revival. Zu hören gibts Death To Everyone in der wundervollen Peel Session Version, welche wiederum auf der superben Pond Scum Compilation zu finden ist. Habt Freude und vergesst nicht euch vor dem Schlafen eine ordentliche Ladung Desinfektionsmittel intravenös zu verabreichen.

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