Category Archives: Lieblingsplatten

International Music – Mont St. Michel (2018; Die besten Jahre sind vorbei)

Knie kaputt, Frisur ist scheisse. Die besten Jahre sind vorbei. Passt wie die Faust auf mein blaues Auge und ich schrei das erste Mal zweitausendeinundzwanzig: new fucking favorite Band. Obwohl so neu International Music ja gar nicht sind, aber manchmal dauert es etwas länger.

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Fifty Foot Mama- The End Is Already Inside Of It (2007; Hard and Soul)

Die Zürcherin Nadja Zela veröffentlichte letztes Jahr das ziemlich ambitionierte, zugleich aber auch zutiefst berührende Greetings to Andromeda.Requiem, welches sie ihrem vor rund 4 ,5 Jahren verstorbenen Partner, dem über die Schweizer Landesgrenzen hinaus bekannten Cartoonisten Christoph Badoux gewidmet hat. Ein Album, das man sich am besten in gediegener Umgebung mit einem Glas Rotwein geben sollte – und nicht als Hintergrund-Berieselung. Im nimmerendenwollenden Dauer-Homeoffice bevorzug ich es die Tage dann doch etwas rockiger und wenn es was von Nadja Zela sein soll, dann doch eher ihre früheren Solosachen oder die mit etwas mehr Druck nach vorne preschenden Song ihrer damaligen Band Fifty Foot Mama. Hard and Soul war ein ziemlich vielversprechender Output und rotierte in einer Zeit vor dieser in meiner Badener Single-Dachwohnung um die Wette mit den Alben des Jahres.

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Masha Qrella – Märchen (2021; Woanders)

Der Vertonung von Gedichten stehe ich eigentlich eher skeptisch gegenüber. Und dann noch von Thomas Brasch. Also nicht, dass ich den schlecht finden würde, ich kannte ihn bis vor Kurzem überhaupt nicht. Wären da also nicht noch die eine oder andere ziemlich ansprechende Rezension über Woanders in den Medien meines Vertrauens erschienen, ich hätte dem neuen Album von Masha Qrella wohl null Chancen gegeben. Nun, mittlerweile ist mir Thomas Brasch ein Begriff. Seine gesammelten Werke stehen mittlerweile in meiner kleinen aber feinen Bibliothek genauso wie dieses wunderbare Werk von Masha Qrella, ihrem ersten deutschsprachigen überhaupt. Die Texte, manchmal auch nur Fragmente, passen hervorragend zur den meist geisterhaft-träumerischen Klängen. Es gibt aber zwischendurch auch die Songs, etwa Maschinen, vorgetragen im Duett mit dem Ja PanikSpechtl , die auf pumpenden Housebeats basieren und bestens in die dunkle Clubnacht passen würden. Der Grundtenor bleibt jedoch ruhig und melancholisch, wie das im Duett mit Thomas Brasch’s Schwester Marion vorgetragene Märchen. Woanders ist für mich die bisherige Überraschung 2021 schlechthin und die 17 Songs bei 68 Spielminuten sind keine Sekunde langweilig oder unnötig. Anders gesagt, all Killer no Filler oder nochmals anders ausgedrückt: absolutetste Kaufempfehlung.

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Flaming Lips – Dinosaurs on the Mountain (2020; American Dream)

Russenpeitsche, Lockdown und damit verbundene Personenbegrenzungen. Das Leben ist im Moment für viele nicht einfach. Schön gibt es da die skurril verdrogte Welt von Wayne Coyne und seinen Flaming Lips. American Head, ich muss es nun doch noch zugeben, ist ein verdammtes Meisterwerk. Ich weiss auch nicht welcher Teufel mich da letzten Herbst geritten hat und ich das Album nach zwei mickrigen Durchgängen wieder beiseite gelegt habe. Bis gestern! Sehr dumm, denn American Head ist ein wundervolles Märchen-LSD Abenteuer das sich in der umfangreichen Discographie der Lips gleich nach dem Überwerk Soft Bulletin einreiht. Aber bitte hören Sie selbst.

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Vinicio Capossela – Si è spento il sole (2007; L’Indispensabile)

Für Kind 1 startet im August der Ernst des Lebens und für die Eltern werden bis tief ins nächste Jahrzehnt die Fahrten in die von Gleichgesinnten überbevölkerten Ferienparadiese dieser Welt ein teurer Spass werden. So planten wir schon letztes Jahr “off season” etwas länger in den Urlaub zu fahren. Drei bis vier Wochen Sizilien mit allem drum und dran war mal der vage Plan. Mit der Covid-Scheisse wurde die Geschichte dann schnell anders geschrieben und auch dieses Jahr siehts nicht wirklich besser aus. Landauf landab werkeln die von Steuergeldern finanzierten Versager des Bundes immer noch an einer für alle optimalen Lösung, die trotz viel grossem Trara nicht eintreffen will. Und so sieht es für ein wenig Italianità dieses Jahr wiederum eher düster aus.
Immerhin, Ersatzbefriedigung gibt’s in der Krise mit den zahlreichen schrägen Canzoni von Vinicio Capossela, seines Zeichens CMA’s-Lieblingsitaliener und Spaghetti-Tom Waits. Letzteres ist als absolutes Kompliment zu verstehen und den Dackelblick-Eros-Fans rate ich jetzt schon, die Finger davon zu lassen. Alle anderen werden in dem ziemlich lebensbejahenden Mix aus Canzoni, Tango, Blues, Mittelalterspielereien, Folk und weiss der Geier was ihre Freude finden. Die Tom Waits Fraktion sowieso, auch weil ein gewisser Marc Ribot immermal wieder die Gitarre schwingt. Zum Einstieg sollte man sich die superbe Compilation L’Indispensabile aus dem Jahre 2003 gönnen. Die startet auch gleich mit dem tollen Celentano-Cover Si è spento il sole. Und jetzt einen Negroni bitte.

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#2020 – The Year In My Ear – Platz 1

Fiona Apple – Fetch The Bolt Cutters

Von Artwort bis Inhalt perfekt. Verglichen mit dem Vorgänger noch rhythmischer, verpackt Fiona Apple auf den 13 Songs ihre gewohnt kritischen Texte zu Hundegebell und Knochengetrommel. Das Klavier ist verglichen mit früher in den Hintergrund getreten und so dominiert auf Fetch The Bolt Cutters vor allem der variantenreiche Gesang, welcher von Raunen bis Heulen reicht. Jetzt schon ein Klassiker!

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#2020 – The Year In My Ear – Platz 2

Bob Dylan – Rough and Rowdy Ways

The Return of His Bobbnes. Und wie! Bestes Album seit irgendwie 25 Jahren. Vor allem die beiden wortgewaltigen Key West und Murder Most Foul am Ende des Album sind eine absolute Offenbarung. Singen kann der alte Mann ja schon längst nicht mehr – wobei konnte er das je richtig? Egal. Dafür rumpelt die Bluesband umso professioneller durch die 70 Minuten Albumlänge. Meisterwerk!

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#2020 – The Year In My Ear – Platz 3

Bon Jovi – 2020

2020 war nicht nur Corona. Insbesondere in den US of A war (und ist) die Lage politisch sehr angespannt. Die Zerrissenheit der amerikanischen Gesellschaft ist auch an Jon nicht spurlos vorbeigegangen und so hat er zusammen mit seiner Mannschaft darüber ein wirklich hörenswertes Album geschrieben. Passend mit dem Titel 2020 ist es auch gleich der beste Longplayer der Band seit These Days.

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#2020 – The Year In My Ear – Platz 4

Alabaster DePlume – To Cy & Lee

Platz 4 geht an eine Neunentdeckung. Jazz für Leute, die bisher dachten, das sei was für alte Herren, so zumindest umschreibt die Zeit diese wundervolle Platte. Stimmungsmässing erinnert mich To Cy & Lee stark an Vincent Gallo’s When oder auch an die Arbeiten von Chet Baker, jeweils minus Vocals.

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#2020 – The Year In My Ear – Platz 5

Spirit Fest – Mirage Mirage

Dank COVID 19 gabs im vergangenen Jahr keinen traditionellen Ausflug in meine Lieblingsstadt München. In den letzten 3 Jahren wurde der Ausflug jeweils in die Vorweihnachtszeit gelegt. Nicht wegen Glühwein und Wurst am Christkindlmarkt, nein, ich besuchte jeweils die von den Acher-Brüdern (The Notwist) kuratierte Alien Disko. Mit am Start waren auch immer Saya und Takashi von den mir ebenso sehr geschätzten Tenniscoats. Aber eben, der Sauhund 2020 wollte nicht so recht. Immerhin gab es Ersatzbefriedigung in Form einer neuen Platte von Spirit Fest, einer Indie Supergroup bestehend aus Saya und Takashi Ueno, Markus Acher, Cico Beck (Aloa Input, The Notwist) und Mat Fowler (Jam Money, Bons). Feinster Avant-Pop.

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