Category Archives: japan

Yoshio Ojima – Parjanya (1988; Une Collection des Chainons II)

Wo Raum und Zeit ineinander verschmilzen.

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Mariah – Fujiyū na nezumi (1983; Utakata No Hibi)

Bessere Zeiten klingt gut. Das japanische Avantgarde Label Better Days war zwischen 1977 und 1984 zeitweise das Zuhause von so illustren Musikern wie Ryuichi Sakamoto, Kazumi Watanabe sowie Yasuaki Shimizu und seiner damaligen Band Mariah, deren Album Utakata No Hibi vor ein paar Jahren wiederveröffentlicht wurde. Und da sich mein musikalisches Interesse derzeit sehr auf mehr oder weniger obskure japanische Spielereien vergangener Zeiten fokussiert,  führte der Weg unweigerlich auch zu Mariah’s Meisterwerk. Wunderbar, wie da poppige Süsslichkeit auf avantgardistische Synthesizer-Schlaufen trifft.

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Boredoms – Live in New York (1993)

Ich hätte ja Lust, euch schon wieder mit einem Track meiner derzeitigen Lieblingen Nisennenmondai zu quälen. Doch 3x in einem halben Jahr, das dürfen nur Tocotronic und ausserdem gibt es ja noch weitere fantastische Musik aus Japan. Zum Beispiel die der Boredoms aus Osaka. Einigen dürfte der Wahnsinn rund um den Schreihals Yamatsuka Eye schon bekannt sein. Ich bin ja grosser Fan der früheren und noch ziemlich chaotischen Platten wie Soul Discharge, Chocolate Synthesizer und Pop Tatari. Zugegebenermassen nicht gerade Musik, die man während dem Einschlafen hört. Und sowieso, dieses Spektakel muss man live erlebt haben. Davon kann man sich glücklicherweise dieses Jahr bei ein paar wenigen Shows in Europa (u.a. Bad Bonn/Schweiz und Primavera/Barcelona) einmal mehr davon überzeugen. Wer es nicht dahin schafft, der kann sich von diesem wirklich tollen Mitschnitt von 1993 vom Boredoms-Fieber anstecken lassen. Mich zumindest, hat es damals währen dem Schauen der Wah2-Sendung auf Viva ziemlich gepackt. Viel Spass.

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Noah – Flaw (2015; Sivutie)

Die äusserlichen Gegebenheiten sind für ein Album wie Sivutie an dem heutigen 1.Mai einmal mehr gegeben. Die Japanerin Noah schwebt hier mit ihren luftigmelancholischen Sounds irgendwo im Zwischenraum von R&B und Ambient und lässt den Hörer, wie auch die Hörerin, entspannt auf dem Sofa von Fantasiewelten abseits von den jährlichen 1. Mai-Krawallen träumen. Grossartig!

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Midori Takada – Mr. Henri Rousseau’s Dream (1983; Through The Looking Glass)

Die Sakura Front ist schon fast vorbeigezogen, doch waren (und sind) die Kirschblüten bis noch vor gut drei Wochen, vor dem Nikkei-Index und den aktuellen Sportergebnissen, bei Mensch und Medien omnipräsent und somit das wichtigste Thema im Land der aufgehenden Sonne. Anhand einer fast stündlich aktualisierten Karte (analog einer Wetterkarte) kann man beobachten, wie sich die Front vom südlichen Kyushu während gut einem Monat bis in die nördlichste Ecke von Hokkaido verschiebt. Für die Grosstädter, die zu Tausenden mit Freunden und Kollegen unter den blühenden Bäumen „Hanami“ bei Picknick mit Sake und Bier feiern, ist dieses knappe Zeit der Blütenschau fast, wenn nicht gar, die wichtigste Zeit vom Jahr. Selbst Firmen reservieren ganze Parkbereiche, ein Vorauskommando mit den meist unbrauchbarsten Mitarbeitern belegt sie schon am Morgen für diesen Anlass, so dass am Abend dann die ganze Belegschaft dicht beieinander mit eben dem einen oder anderen Sake bis spät in die Nacht feiern kann. Die tiefere Bedeutung der Kirschblüte – sie ist in Japan Sinnbild für Vergänglichkeit – scheint für einmal in weite Ferne gerückt.

Passendster Soundtrack für ein “Hanami” wie auch für die Vergänglickheit wäre wohl Through The Looking Glass von Midori Takada sein. Die längst vergriffene Scheibe soll angeblich dieses Jahr wiederveröffentlicht werden. Freunde von Ambient resp. instrumentaler Musik sollten sich auf jeden Fall mal ein Ohr davon gönnen.

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Nisennenmondai – A (2015; Live at Clouds Hill)

Unlängst ist das von mir bereits letztes Jahr in Japan erstandene (Bericht hier), fünfte von Adrian Sherwood produzierte Album der Kraut-Noise-handgemachter Techno-Dub-weiss der Geier da oben was-Band Nisennenmondai ausserhalb dem Land der aufgehenden Sonne erschienen. Wer noch nicht reingehört hat und mit den bereits erwähnten Koordinaten was anfangen kann, sollte da mal reinhören. Ist auf den ersten Blick eine relativ monotone Geschichte, kann aber in passenden Momenten eben dann doch genau das richtige sein. Man denke da nur schon mal an stundenlange nächtliche Autofahrten.  Auch die DJ’s dieser Welt haben Freude an den drei Japanerinnen gefunden und so tauchen ihre Tracks in den letzten Monaten auch immer öfters in irgendwelchen DJ-Setlists auf. Gefallen gefunden hab auch ich an der Mucke und hab mich seit September kontinuierlich bis zu den noch eher noisigen Bandanfängen zurück gearbeitet. Vor allem Live macht das ziemlich Spass, wie man auch dem heutigen Song des Tages entnehmen kann. Enjoy!

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Cornelius – Star Fruits Surf Rider (1998; Fantasma)

Keigo Oyamada alias Cornelius wurde in der vergangenen Japanwoche ja schon erwähnt. Ich würde mal grob behaupten, dass er von meinen vielen Lieblingsjapaner der wohl liebste Lieblingsjapaner ist. Selbst der äusserst leckeren, frittierten Sushi-Rolle im Samurai würde ich Cornelius vorziehen. Entsprechend soll Herr Oyamada auch hier endlich mal gehuldigt werden.  Sein Opus Magnum Fantasma ist zwar auch schon wieder 18 Jahre alt (Point und Sensous sind fast so tolle Alben), hat aber den Test der Zeit mehr als gut überstanden. Wie es sich für einen echten Japaner gehört, gibt es auf Fantasma nebst allerhand skurillen elektronischen Spielereien, auch die eine oder andere  Beatles Reminiszenz zu hören. Ziemlich abgedreht und zugleich unheimlich catchy. Ultragrosses Ding! Stellvertretend gibts “Stal Fluts Sulf Lidel” auf die Ohren und weil so superduper auch gleich noch im genauso suprigen Damon Albarn Remix. Zweifach-Liebe am Montagabend. Es kommt somit alles gut. Check it out!

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Shugo Tokumaru (トクマルシューゴ) – Clocca (2009; Exit)

Das beste in Japan, das Essen. Ob Gyoza, Sushi, Udon-oder Sobanudeln, Karaage, Misosuppen, Sashimi, Yakitori oder Okonomiyaki, alles sehr sehr sehr lecker. Dazu Grüntee, ein Bier von Yebisu oder Pflaumenwein und Sake. Ich hätte stundenlang eigentlich nur Essen können. Herrlich.

Herrlich natürlich auch der Spielplatz-Pop von Shugo Tokumaru, welcher es mit seinem 2009-er Output gar in die hiesige Presse geschafft hat und dank meiner Reise nach Japan-Trip wiederentdeckt wurde.

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Sapphire Slows – Animal Dreams (2014; True Breath EP)

Mit dem Shinkansen fuhren wir dann für zwei Tage in die einstige Hauptstadt Japans, nach Kyoto.  Wir wollten  auch das etwas traditionellere Japan erleben. Dazu haben wir uns in einem Ryokan für eine Nacht eingemietet. Verglichen mit den Western-Style-Zimmer in Tokyo riesig, aber auch nur was die Fläche betrifft.  Nach oben leider weniger und so hatte ich am Folgetag dann doch etwas gröbere Kopfschmerzen.

Kyoto ist verglichen mit Tokyo doch ein grosses Stück ruhiger weil viel kleiner. Hochhäuser gibt’s nur wenige und so waren am Horizont auch die umliegenden Hügel und Berge gut zu erkennen. Dafür hatte es so ca. 3‘500 Tempel, die man besichtigen hätte können.  Hätte! Uns haben 2 gereicht (der eine war UNESCO Weltkulturerbe und stand etwas ausserhalb umgeben von Bambuswäldern in Arashiyama).  Ich lief dann noch ein wenig den Kamo entlang und ärgerte mich, dass weit und breit keine U-Bahn war und als dann doch eine kam, diese nicht in die Nähe unseres Ryokans fuhr.  Ausser ich wäre für 6 Kilometer Fahrt 4x umgestiegen. Wer die japanischen Grossstadtubahnschächte kennt weiss wieso ich darauf verzichtet habe. Es muss erwähnt werden, dass Kyoto über ein äusserst heisses und feuchtes Klima verfügt und nur schon die kleinste Bewegung Unmengen an Schweisstropen aus den Poren lockte. Ich lief trotzdem.  Der Abend bescherte als Entschädigung ein schönes Rot am Himmel (in Tokyo war dies vor lauter Wolkenkratzern von den Strassen aus nicht zu sehen) und jede Menge leckeren Pflaumenwein. Leider ging irgendwann der Vorrat aus.

Der Vorrat an Musik aus Japan ist bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Mit Sapphire Slows aus Tokyo gibt’s die perfekte Vertonung des Sonnenuntergangs in Kyoto (oder sonstwo)  auf der Welt zum Hören.  Produziert zu Hause im Schlafzimmer mit einem Laptop und einem Keyboard.

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