Gwen Stefani – Misery (2016; This Is What The Truth Feels Like)

„….20 Jahre später ist Gwen Stefani zwar immer noch bildschön, aber nichts davon ist echt – weder Brüste noch Attitüde geschweige denn die Musik. Maskenhaft und stromlinienförmig verkauft sie auf ihrem dritten Soloalbum eine Art Spotify gewordenen Verrat an allem, was die Musikbiz-Reflektion Don’t Speak noch selbstkritisch verarbeitet hatte. Mit Fließbandkörper und Fließbandgesten macht die Fließbandfolie Fließbandpop für rein optische Ansprüche. Silikon raus, Seele rein, dann sind wir bei Adele , das ist die Gegenwart, du bist Geschichte“.  

Das sind dann doch etwas gar harte Worte von Jan Freitag in der aktuellen Zeit zum neuesten Gwen Stefani Album. Natürlich ist This Is What The Truth Feels Like aalglattpolierter Pop, vollgepackt mit modernsten aller modernen Gimmicks und Melodien die niemandem weh tun. Wer aber nun, dank der nimmer enden wollenden Trennungsgeschichte mit dem Bush-Heini, ein Album à la Blood on the Tracks, Here My Dear oder Tunnel of Love erwartet hat, der glaubte vermutlich damals vor ein paar Jahren auch an die wundersame Wiederauferstehung von Silvio Berlusconis Kopfhaar. Natürlich handelt der eine oder andere Song thematisch von der Trennung, das war ja nicht zu vermeiden,  trotzdem kann und soll man die gute Gwen auch nicht mit den ebenerwähnten Kalibern vergleichen, dafür fehlte schon immer der Tiefgang in ihrer Musik. Aber man hört ja Gwen Stefanis aalglattpolierte Popnummern, die niemandem weh tun, auch nicht deswegen, sondern um bei dem nun saisonal hoffentlich immer öfter herrschendem Sonneschein und dem dazu passendem alkoholischen Durstlöscher abens in der Bar oder auf dem Balkon, ein wenig dem Alltag zu entschwinden. Und dafür hat es ein paar ordentlich gute Popnummern drauf, die kurzfristig auch so richtig Spass machen (Die Langfristigkeit muss ja erst noch getestet werden). Alternativ kann man sich solche Musik dann sicherlich auch beim Rennen auf dem Fliessband geben oder dazu, wie ich es am liebsten tu, putzen. Anständiges Album, nicht mehr, nicht weniger.

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Music, Musik, Song des Tages

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s