The Go-Betweens – Liberty Belle & The Black Diamond Express (1986)

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“Dressed in a white shirt with my hair combed straight/ Here in my black shoes and me without a date…” sind die ersten Zeilen dieses Juwels. Dazu eine Melodie für Millionen, die leider nie diese Millionen erreicht hat.

Wir sprechen hier vom Song „Spring Rain“ von einer meiner liebsten Platte aller Zeiten: „Liberty Belle and the Black Diamond Express“ der Go-Betweens. Eine Band, bestehend aus zwei äusserst talentierten Songwritern, die zu zweit besser harmonierten als alles andere auf diesem Planeten. Robert Forster, der leicht verschrobene Dandy und Geschichtenerzähler und Grant McLennan, der Sunnyboy mit der sanften und melancholischen Stimme, einer, der die Melodien für die nie erreichten Millionen nur so locker aus dem Ärmel schütteln konnte. Angefangen Mitte der Siebzigerjahre und (leider) endend 2006 mit „Oceans Apart“ spielten sich die beiden Freunde queerbeet durch die musikalische Geschichte der Rockmusik. Postpunk, Pop, Folk und wie der Wein, je älter, desto besser. Naja fast. Den 1986 erschien LB&TBDE, das Überwerk, der Meilenstein, die Krönung. Eigentlich ist auch hier alles wie gehabt im Schaffen dieser Band, halt nur „noch” besser. Weniger sperrig und nervös als ihre ersten beiden Alben, weniger folkig als die Spätwerke. Das “Dazwischen” machte es wohl aus.

Mit “Spring Rain”, “Head Full of Steam”, “Bow Down”, “To Reach Me” oder auch “In the Core of a Flame” waren Songs vertreten, die auch nach jahrelangem Hören ihren Charme nicht verlieren. Hier trifft melancholische Leichtigkeit auf den ganz grossen Popentwurf, Elegantes und Urbanes auf Sehnsüchtiges, ein Hit auf den anderen. Leider wird es nie mehr Go-Betweens Platten geben, vermutlich nie mehr eine so grosse Platte wie diese, aber das ist ok. Solange der Black Diamond Express unaufhaltsam durch die unendliche Galaxie fliegt ist meine Welt soweit in Ordnung.

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