Alessi’s Ark – Notes From The Treehouse

Ein hübsches Mädchen, eine akustische Gitarre und eine herzerweichende Stimme. Ja, das hatten wir doch schon oft. Oft ja, aber nicht immer so gut.

Die Engländerin Alessi Laurent-Marke ist gerade mal 18 Jahre alt und kann schon auf eine beeindruckende Zeit als Musikerin zurückschauen. Begonnen hat alles mit der Plattensammlung ihrer Eltern, für die sie sich schon früh zu begeistern wusste. Eine ihrer Lieblingsplatten war „Songs for Beginners“ von Graham Nash, die nebst anderen Folkplatten zu ihrer Hauptinspirationsquelle werden sollte. Dank den Schlafzimmeraufnahmen, die sie regelmässig auf ihrer MySpace-Seite veröffentlichte, folgten schnell unzählige Konzertanfragen und kurz darauf wurde auch schon EMI auf die junge Britin aufmerksam.

Aus diesen Schlafzimmer-Sessions stammt auch „Glendora“, der abschliessende Song des Debüt Albums. Dieser erinnert nicht nur an Bright Eyes, nein, da ist auch eine ordentliche Prise davon drin. Mike Mogis, Multiinstrumenalist und ein Teil von den eben angesprochenen Bright Eyes, produzierte in seinem Studio in Omaha nicht nur das komplette Album, er spielte auch gleich noch darauf mit. Wer jetzt aber einen Bright Eyes Abklatsch erwartet, hat sich ordentlich getäuscht. Die Songs auf „Notes from the Treehouse“ strotzen nur so von Vielfältigkeit. Die Arrangements erinnern oft an 70-er Barock-Folk, oder wie im oppulenten und zugleich melancholischen „Constellations“ an Nick Drake’s Album „Bryter Layter“. Etwas flotter geht’s auf „Magic Weather“ und „Over the Hill“ zu und her. Die zwei Songs sind dann auch gleich die heimlichen Hits des Albums. In letzterem singt Alessi, dass man jemanden mag, dessen Interesse weckt und versucht näher zu kommen. Die Person aber dann doch auf Abstand geht. Zwar immer in Blick-, aber doch nie in Reichweite.

Macht man sich im Internet über Alessi’s Ark schlau, fällt im Zusammenhang mit ihrer Musik auch oft der Name Laura Marling, dem anderen englischen Songwriter-Wunderkind. Doch wo Marling’s Stimme eher an eine Suzanne Vega erinnert, kommen einem bei Alessi Elfen und Engel in den Sinn.

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